Ein Schlüssel für den Weg aus der Armut

Vertreter der Hauptschule Waldbuettelbrunn und der DAHW - rechts Burkard Koemm (Geschaeftsfuehrer der DAHW)

Hauptschule Waldbüttelbrunn engagiert sich vorbildlich für DAHW


Genau 750 Euro haben Schüler und Lehrer der Hauptschule Waldbüttelbrunn an Ato Ahmed Mohammed übergeben, den Repräsentanten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in Äthiopien. Das Geld stammt aus dem Konzert der Schulband und dem Weihnachtsmarkt und ist für den Ausbau der Schule Gende Kore in der äthiopischen Stadt Bisidimo bestimmt.

Es ist der erste öffentliche Auftritt der Schulband: Musiklehrer Johannes Menzel hat lange geprobt mit seinem musikbegeisterten Schülerinnen und Schülern. Doch eine Sache konnten sie nicht proben: das Lampenfieber. Wenn der Saal, in diesem Fall die Aula, sich füllt und mehr als 100 Besucher gespannt auf die Darbietung warten, dann steigt das Fieber, für das es keine Medizin gibt.

Aber zum Glück ist dieses Fieber weder gefährlich noch ansteckend, im Gegenteil: Schon nach wenigen Takten ist es verflogen und nach jeden Song dürfen sich die jungen Musiker den verdienten Applaus abholen.

In Äthiopien hingegen fordern andere Krankheiten viele Menschenleben – Krankheiten, die eigentlich relativ einfach zu behandeln sind, sofern genügend Geld für Diagnose, Transport und Medikamente vorhanden ist. Doch genau hier fehlt es oft: Anders als die Schweinegrippe in Deutschland stehen Lepra oder Tuberkulose in Entwicklungsländern nicht im Fokus der Öffentlichkeit. Die Folge: Es gibt kaum Unterstützung durch staatliche Stellen und die Spendengelder reichen oft nicht aus, um allen Patienten helfen zu können.

Dass die Schülerinnen und Schüler in Waldbüttelbrunn dies so genau wissen, verdanken sie Franziska Korschel. Die Religionslehrerin hatte vom Angebot der DAHW erfahren, das Thema „Eine Welt“ in den Unterricht zu bringen und sogleich diese Chance genutzt: Einige Wochen lang haben die Kinder alles über die Lebensverhältnisse in einem der ärmsten Länder der Welt erfahren.

Doch das Lernen allein war weder den Schülern noch den Lehrern genug: Sie wollten helfen! So wurde der erste Auftritt der Schulband zu einem Benefizkonzert für Äthiopien, genauer: für die Schule Gende Kore im DAHW-Hilfsprojekt Bisidimo. Bildung ist der Schlüssel für den Weg aus der Armut, haben die Kinder gelernt und auch, dass damit die Krankheiten der Armut effektiv bekämpft werden können. So gehen alle Einnahmen aus dem Konzert und dem großen Weihnachtsmarkt der Schule am nächsten Tag nach Gende Kore, damit die Kinder von Bisidimo die Tür zum Weg aus der Armut auch aufschließen können.

Insgesamt 750 Euro sind zusammen gekommen und werden ohne Umwege den Weg nach Äthiopien finden – direkt zur Schule Gende Kore, da ist sich Schulleiter Martin Düring aus Waldbüttelbrunn sicher: „Ato Ahmed wird das Geld persönlich dort abliefern – das wird sicher dort ankommen, da vertrauen wir ihm.“

Das Vertrauen hat sich der DAHW-Repräsentant hart erarbeitet: Viele Jahre lang hat er das Hospital der DAHW in Bisidimo geleitet. Seit einigen Jahren koordiniert er als Repräsentant der DAHW sämtliche Hilfsprojekte in seiner Heimat Äthiopien und steuert die Logistik für das Nationalprogramm zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose.

Als er zu einer Konferenz nach Würzburg kam, erfuhr Ato Ahmed von der Aktion in der Hauptschule Waldbüttelbrunn und sagte spontan zu, dort über die Probleme in seiner Heimat und über die Verwendung der Spendengelder aus Deutschland zu berichten. Vor dem donnernden und langen Applaus konnte er sich dann genauso wenig retten wie die Schulband nach ihrem ersten Auftritt, und Lampenfieber hat auch der inzwischen bei diesen Auftritten geübte Äthiopier noch.

Doch damit sind die Gemeinsamkeiten zwischen Waldbüttelbrunn und Bisidimo längst nicht ausgeschöpft: „Nur gemeinsam können wir in armen Ländern wie meiner Heimat wirklich etwas bewegen“, bedankte sich der DAHW-Repräsentant bei Schülern und Lehrern aus Waldbüttelbrunn und fügte noch hinzu: „Ich wünschte mir, es gäbe mehr Schulen, die sich in diesem Maße engagierten und sich gemeinsam mit den armen Ländern für eine bessere Welt einsetzten.“
Möchten auch Sie mit Ihrer Klasse/Schule etwas Gutes tun? Dann nehmen Sie Kontakt auf zu unserer Bildungsreferentin Renate Reichelt.