"Nächstenliebe durch die Tat bewiesen"

Geschichtswettbewerb Muenster

v.l.n.r. Die Schüler Jan Schäfer und Nenad Rankic aus Münste erzielen mit ihrer Arbeit über die DAHW einen Landessieg im Geschichtswettbewerb 2008/09. Ganz rechts: Rudi Specht aus Dülmen – einer der ersten Entwicklungshelfer der DAHW.

"Helden: verehrt - verkannt - vergessen" war das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten


Die Schüler Jan Schäfer und Nenad Rankic aus Münster erzielen mit ihrer Arbeit über die DAHW einen Landessieg im Geschichtswettbewerb 2008/09

„Helden: verehrt – verkannt – vergessen“ war das Thema des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten 2008/2009, den die Körber-Stiftung seit 1973 ausrichtet. Jan Schäfer (13 Jahre) und Nenad Rankic (13 Jahre) aus der Klasse 8c des Hittorf-Gymnasiums in Münster begaben sich auf Spurensuche. Ihre ersten Recherchen über Dr. Ruth Pfau, die bekannte Lepraärztin in Pakistan führten sie zum DAHW-Büro Münster. Dort erfuhren sie von den spannenden Anfängen der DAHW, 1957 in Bisidimo/Äthiopien. In Bisidimo hatte Rudi Specht aus dem westfälischen Dülmen von 1958 bis 1961 das erste Projekt der DAHW mit aufgebaut. Als 21jähriger, junger Handwerker entschied er sich als einer der ersten Aufbauhelfer in Deutschland für das große Abenteuer und dafür, für drei Jahre nach Äthiopien zu gehen. Ein Gespräch mit dem Pionier der ersten Stunde, sein Mut, in seiner Heimat vieles aufzugeben, seine Abenteuerlust und seine soziale Einstellung - Nächstenliebe durch die Tat zu beweisen - ließen beide Schüler zu der Überzeugung kommen, ihren wahren Helden gefunden zu haben. Mit großem Engagement setzten sie ihre umfangreichen Recherchen fort und reichten pünktlich zum Abgabetermin ihre 60-seitige Arbeit mit Dokumentenanhang ein. „Nächstenliebe durch die Tat bewiesen“ – Rudi Specht aus Dülmen – einer der ersten Entwicklungshelfer der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW).

Riesig war ihre Freude, als sie am 05.06.2009 erfuhren, dass sie mit ihrer Arbeit zu den 81 Landessiegern des Geschichtswettbewerbs zählen und zu der Landespreisverleihung Nordrhein-Westfalen am 29.06.2009 in das Haus der Geschichte nach Bonn eingeladen wurden. Aus der Hand von Ministerin Barbara Sommer (Ministerin für Schule und Weiterbildung, NRW) nahmen sie die Ehrenurkunde und den Preis in Höhe von 250 Euro entgegen. Ihr „Held“ Rudi Specht, ließ es sich nicht nehmen, persönlich an der Preisverleihung teilzunehmen. Auf die Frage, warum Jan und Nenad Rudi Specht als Held ausgewählt hätten, antworteten beide Schüler: „Gerade weil er so abenteuerlustig ins Ungewisse gestartet sei, um anderen Menschen zu helfen, ist er unser Held!“ Als Anerkennung und Würdigung der preisgekrönten Arbeit sprach die DAHW beiden Schülern eine Einladung in die Zentrale nach Würzburg aus.

Jürgen Belker-van den Heuvel


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