Afrika im Klassenzimmer

DAHW-Bildungsreferentin Maria Hisch stellt die Arbeit der Hilfsorganisation vor

DAHW-Bildungsreferentin Maria Hisch stellt die Arbeit der Hilfsorganisation vor.

Aktionstag an der Maria Ward-Schule in Würzburg. Die Schülerinnen sind aufgeregt. Denn für sie beginnt gleich eine Reise nach Afrika. Visuell, mit Fotos, vielen Informationen und genügend tollen Gegenständen zum Anziehen, Tasten und Fühlen.


Maria Hisch von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe ist wieder einmal unterwegs. Im Gepäck hat sie viele Schätze aus Afrika mitgebracht. Die Bildungsreferentin ist routiniert. Schon seit vielen Jahren hält sie Vorträge. Dabei geht sie genau auf die Bedürfnisse ihrer kleinen Zuhörerinnen und Zuhörer ein. „Die Mädchen interessieren sich für Schmuck und afrikanische Tücher, die Jungen für selbstgebasteltes Spielzeug“, sagt Hisch. Voller Staunen sehen sie, wie unterschiedlich die Tücher getragen werden können. Professionell legt die Bildungsreferentin die Tücher um, verwandelt die Mädchen in stolze afrikanische Prinzessinnen oder liebevolle Mütter, die ihr Kind auf dem Rücken tragen. Von der schwarzen Stoffpuppe ist Lea begeistert. Sie drückt sie fest an sich.

Eine andere Gruppe sitzt auf dem Boden und hantiert mit dem Mörser. „Wenn ihr das klein kriegt, könnt ihr den Topf behalten“, sagt Hisch und streut ein wenig Hirse in die Vertiefung. Die Augen der Mädchen leuchten. Ob ihre Anstrengungen tatsächlich gelingen werden, ist fraglich. Afrika ist mitten im Klassenzimmer. An einem Tisch stehen ein paar Mädchen und probieren Ohrringe, Ketten und Turbane aus. Nicole spielt mit einem Holzvögelchen, das bei jeder Bewegung wippt. Kinder in ihrem Alter haben es in Tansania gebastelt.

Die Botschaft ist klar: In Afrika ist es genau so schön wie hier. Nur eben anders. Und Maria Hisch hat viele Fotos mitgebracht: Ein Mädchen im Alter von Nicole holt mit einem Kanister Wasser aus dem Fluss, andere tragen ihre kleineren Geschwister auf dem Rücken, eine junge Frau balanciert einen Sack voller Gemüse auf dem Kopf. Dann kommen die Tiere: Giraffen, Elefanten, Antilopen. Sie kreuzen die Straße. „Darf man die auch streicheln?“, fragt Celine. Maria Hisch verneint und ergänzt, dass die Tiere nichts tun – solange man sie in Ruhe lässt.


Straßenszenen mit Autos, Mopeds und Fußgängern werden gezeigt. „Die meisten Fahrzeuge sind viel älter als eure“, sagt Hisch und fragt die Mädchen, ob es in ihren Familien Autos gäbe. Alle Arme recken sich in die Höhe, einige auch bei den Zweit- und Drittautos. Hisch spricht vom Segen des Mobilfunks in Afrika. Damit könnten die Menschen untereinander leicht Kontakt halten. Denn das Legen von Telefonkabeln sei in Afrika viel schwieriger als in Deutschland. So hätte fast jeder ein Handy.

Aber auch andere Themen werden angeschnitten. Zum Beispiel Lepra und Tuberkulose als Krankheiten der Armut. „Das nächste Mal erzähle ich Euch mehr über Lepra“, antwortet Hisch auf die Frage eines Mädchens, die gerne mal das Foto einer Patientin sehen möchte.

Die Referentin freut sich über die Begeisterung. Sie bietet ihre Besuche auch an anderen Schulen an. Die Realschülerinnen der Maria Ward-Schule können erst mal nicht genug kriegen. Hisch verspricht, bald wieder zu kommen.

Die Veranstaltungen sind für Schulen kostenlos. Anfragen und Infos: maria.hisch@dahw.de