Betroffenheit über Anschlag auf Christen in Peschawar

Die Mitarbeiter des Marie Adelaide Leprosy Centers (MALC) in Karachi sind sehr betroffen über den jüngsten Anschlag auf Christen in Peschawar. Besonders weil einer ihrer Kollegen aus der Sozialabteilung drei Angehörige dabei verloren hat.


Die 3-jährige Nichte des MALC-Mitarbeiters wurde Gott sei Dank kurz nach dem Anschlag lebend gefunden. Er hatte sich sofort auf den Weg zum Flughafen gemacht, um bei seiner Familie sein zu können.

„Es ist berührend wie hier alle zusammen halten“ schreiben die Kollegen aus Pakistan. Sowohl Dr. Pfau wie auch Mr. Lobo, der Geschäftsführer des MALC und weitere Mitarbeiter des MALC äußerten sich auf die Frage, ob Christen nun mehr gefährdet seien als andere Minderheiten: „Eindeutig nein.“ Lobo bringt es so auf den Punkt: „Alle sind in diesem Land gefährdet. Minderheiten zweifach.“

Am gefährdetsten seien die Ahmadis (1), meint Dr. Pfau, sie stünden überhaupt auf der "Abschussliste" - dann die Shias (2). „Das MALC hat sich immer für alle Menschen - egal welcher Religion oder ethnischen Gruppe sie angehören - eingesetzt. Der Mensch steht im Mittelpunkt unserer Aufmerksamkeit. Davon werden uns auch Anschläge nicht abbringen können“, so Dr. Pfau weiter.

(1) = eine islamische Gemeinschaft, die sich als Reformbewegung des Islams versteht

(2) = Die Shias sind ein weitere, religiöse muslimische Gruppe und machen etwa 10 Prozent der muslimischen Bevölkerung in Pakistan aus.