Tag der Begegnung bei der DAHW

Vortrag von Gerhard Öhler aus Nigeria

Vortrag von dem DAHW-Repräsentant in Nigeria Gerhard Öhler

Fröhliche Gesichter, bewegende Geschichten - passender hätte die Atmosphäre zum "Tag der Begegnung" der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe nicht sein können.


(Würzburg, Mai 2012) „55 Jahre, die von Begegnungen lebten und leben“, sagt DAHW-Präsidentin Gudrun von Wiedersperg und grüßt damit die Gäste und Mitarbeiter, die die DAHW in all den Jahren begleitet haben. Denn das Hilfswerk feiert in diesem Jahr auch sein 55-jähriges Jubiläum. „Unser Anliegen ist es, Menschen in der einen Welt zu einem besseren Leben zu verhelfen.“

Von „faszinierenden Menschen mit interessanten Geschichten“ spricht DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm. Denn die Repräsentanten aus den DAHW-Ländern versprechen spannende Schilderungen aus ihren Projekten, die dem Tag eine ganz besondere Note geben werden. „Es steckt so viel Energie in diesen Menschen, das wird Sie begeistern“, ergänzt Kömm. Auch hier geht es um Begegnungen: Zwischen denen, die helfen und denen, die diese Hilfe durch ihr ehrenamtliches Engagement und ihre Spenden erst möglich machen.

Buntes Miteinander

In der Tat ist das Programm bunt und spannend. Es passt gut in die Atmosphäre der Mönchbergschule. „Unsere Schülerinnen und Schüler kommen aus der ganzen Welt, um bei uns Deutsch zu lernen“, betont Schuldirektor Stephan Becker. „Wir sind stolz auf unsere bunte Schule und haben das Miteinander auf unsere Fahnen geschrieben.“

Regen Zuspruch finden die einzelnen Vorträge der Repräsentanten. Manfred Göbel berichtet von seiner Arbeit mit Leprakranken in Brasilien, Alberto Rivera von seinem Projektalltag in Kolumbien, wo Menschen immer noch sehr viel Angst vor einer Ansteckung durch Lepra- und TB-Patienten haben und wo die gesellschaftliche Ausgrenzung, wie in vielen anderen Ländern auch, sehr groß ist. Yvonne Harding aus Sierra Leone gibt Einblicke in die Zusammenarbeit mit dem nationalen Lepra- und Tuberkuloseprogramm, das von der DAHW unterstützt wird. Bewegend und realistisch sind die Erzählungen, die die Besucher mit regem Interesse verfolgen.

Gottes vergessene Kinder

„Ich bin einfach überwältigt“, sagt Martin Modschiedler, seit 17 Jahren DAHW-Spender. Begonnen mit seinem Engagement hat er als junger Jurastudent. Er versucht, heute so viele Vorträge wie möglich, zu besuchen. „Ich freue mich, dass das Geld auch wirklich ankommt.“ Ausschlaggebend für seine Bereitschaft damals die DAHW zu unterstützen, war das Spendensiegel, außerdem hatte er nicht gewusst, dass es Lepra überhaupt noch gibt. „In der Tat, das sind Gottes vergessene Kinder“, sagt der ehemalige Würzburger, der heute bei Frankfurt wohnt. „Dank der DAHW hat meine Verbundenheit zu dieser Stadt nie aufgehört.“

Doch auch die ausländischen Gäste schwärmen für die Perle am Main. „Schöne Kirchen, auch gefällt mir, dass die Stadt so grün ist“, sagt DAHW-Repräsentant Ahmed Mohammed aus Äthiopien. Vor allem die Architektur und die Lage haben es dagegen Alberto Rivera aus Kolumbien angetan.

„Die Schilderungen brennen sich förmlich bei mir ein“, beschreibt eine Spenderin die Atmosphäre des Tages. „Ich werde mein Leben noch einfacher gestalten, um mehr Geld für die Armen und Kranken geben zu können.“ Seit 1971 unterstützt die 71-Jährige die DAHW regelmäßig. „Das Hilfwerk wirft auf Würzburg ein gutes Licht. Wir sind von der guten Sache begeistert.“, sagt die Oberfränkin.

Blick für das Leid anderer Menschen

Linde Rohner ist von Manfred Göbels Arbeit in Brasilien beeindruckt. Es war vor allem ein Besuch vor Ort, der bei ihr und ihrer Familie bleibende Erinnerungen hinterlässt. „Wir haben die Krankenhäuser besucht und einen Einblick in die Lepraarbeit bekommen“, sagt die für die DAHW ehrenamtlich Tätige. „Und meine Tochter hat in einer brasilianischen Kindertagesstätte gearbeitet. Wir legen großen Wert darauf, dass unsere Kinder einen Blick für das Leid anderer Menschen bekommen.“ Die Neukircherin unterstützt die Arbeit der DAHW in Brasilien seit vielen Jahren. „Im Advent gibt es bei uns regelmäßig den ‚Suppentag’ für 120 Leute. Darauf warten die Leute schon, weil er eben für den guten Zweck ist. Und der Erlös wird gespendet.“

Das Ehrenamt ist eine wichtige Stütze. Darauf weist DAHW-Mitarbeiter Michael Röhm hin: „Die Verbindung zwischen den Menschen hier mit denen im Süden, die unsere Hilfe brauchen, wird so beispielhaft gezeigt.“ Jetzt ginge es darum, die Jugend verstärkt mit einzubinden. Egal ob Basare, Flohmärkte, Sportveranstaltungen oder Benefizaktionen, die Palette des Ehrenamtes ist vielfältig. „Da ist für jeden etwas dabei“, ergänzt Röhm.

Einen gelungenen Abschluss findet der Tag mit einem Dankeschön an alle Repräsentanten für ihre Arbeit in den Projektländern und den Ehrungen. Birgit Markfelder erhielt Urkunde und silberne Ehrennadel für ihre 25-jährige DAHW-Tätigkeit, Christina und Herbert Sedlmeier wurde für die über 18-jährige Verantwortung für den Damian-Versand gedankt, der die Arbeit der DAHW beispiellos unterstützte. Stellvertretend für alle Spenderinnen und Spender wurden Dr. Karl Höhne aus Lindelbach gewürdigt und die Interessengemeinschaft Leprahilfe Rachtig mit Nikolaus und Ingrid Krämer für alle ehrenamtlich Tätigen.

„Unsere Arbeit ist noch längst nicht getan. Die Unterstützung muss weitergehen“, beendet DAHW-Päsidentin Gudrun von Wiedersperg den gelungenen Tag mit interessanten Begegnungen, vielen Impulsen, die zum Nachdenken anregen und fröhlichem Miteinander von Menschen aus unterschiedlichen Kulturen.


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