DAHW trauert um Bruder Siegbert

Mit den Brüdern und Schwestern der Christusträger trauert die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe um Bruder Siegbert.


(Würzburg / Triefenstein, 8. September 2011).
Das Hilfswerk mit Sitz in Würzburg unterstützt seit 40 Jahren die beiden Hospitäler der Christusträger in Kabul. Bruder Siegbert hat mit seinem Engagement in der Ausbildungswerkstatt auch dazu beigetragen, dass die Hospitäler trotz der schwierigen Versorgungslage technisch auf einem guten Stand sind und weiterhin sich um die Menschen kümmern können, die an Krankheiten wie Lepra und Tuberkulose leiden.

Der Tod von Bruder Siegbert bestärkt die DAHW, die Menschen in Afghanistan weiter zu unterstützen auf ihrem Weg in eine gerechtere und sicherere Zukunft. Die DAHW wird Bruder Siegbert stets als vorbildlich engagierten Helfer gedenken.

Am 5. September erreichte uns die Nachricht, dass die zwei vermissten Deutschen in den Bergen Afghanistans tot aufgefunden wurden. Am 6. September wurde Bruder Siegbert als einer der beiden Toten identifiziert. Er wurde Opfer eines Gewaltverbrechens.

Bruder Siegbert war 69 Jahre alt. Seit knapp drei Jahren arbeitete er in der Ausbildungswerkstatt einer Nichtregierungsorganisation (NGO) in Kabul. Der Werkzeugmachermeister unterrichtete dort afghanische Auszubildende in den Grundlagen des Metallhandwerkes.

Bruder Siegbert war seit 1967 Mitglied der evangelischen Christusträger Bruderschaft. Mitglieder dieser ordensähnlichen Gemeinschaft sind seit 1969 sozial in Afghanistan tätig, zurzeit durch zwei ambulante Kliniken, technische Unterstützung diverser Krankenhäuser in Kabul und eine Ausbildungswerkstatt. Seit einem Besuch 2008 in Afghanistan war es Siegberts großer Wunsch, von ganzem Herzen den Ärmsten in diesem geschundenen Land zu dienen. Vor seinem Einsatz in Afghanistan hat Bruder Siegbert in Meißen/Sachsen gearbeitet. Dort führte er den Haushalt der Meißener Station seiner Bruderschaft, arbeitete in der Krankenhausseelsorge und gründete und leitete eine Pfadfindergruppe.

Am Anfang des Einsatzes der Christusträger in Afghanistan stand die Bitte eines Leprakranken aus diesem Land am Hindukusch: „Kommt doch auch zu uns nach Afghanistan, da hilft uns bisher keiner“, so bat er Mitglieder der Christusträger, bei deren Station in Pakistan er Ende der 60er Jahre Hilfe und Heilung fand. In der Folge machten sich dann tatsächlich Brüder der Christusträger von Pakistan her nach Afghanistan auf den Weg, um in Absprache mit der Regierung den Leprakranken des Landes zu helfen und die schlimme, aber heilbare Krankheit mit gerade neu entwickelten Medikamenten zu bekämpfen.

In Afghanistan ist der Weg der Brüder seit 1969 ununterbrochen mit dem Schicksal der unter Bürgerkrieg, Armut und Krankheiten leidenden Menschen verwoben. Während der heftigen Kriegsjahre rückte die technische und medizinische Unterstützung von Krankenhäusern in Kabul in den Blick; die Brüder reparierten und betreuten technische Einrichtungen in mehreren Kliniken und sorgten mit für die medizinische Versorgung der Bevölkerung. Zur Talibanzeit waren es dann auch Nahrungsmittelhilfe für Arme und Witwen und „food for work“ Programme.

Seit 1971 unterstützt die DAHW die Christusträger-Bruderschaft in Afghanistan finanziell und fachlich im Kampf gegen die Krankheiten der Armut wie Lepra und Tuberkulose.