Ebola verzeiht keine Fehler

Simuliertes Ebola-Behandlungszentrum am Würzburger Missio

Auf dem Gelände der Würzburger Missionsärztlichen Klinik findet ein zweitägiges Training für Freiwillige statt, die in Ebola-Gebieten Westafrikas helfen. Dabei wird immer wieder der Ernstfall nachgestellt. Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Neben der Schweiz und Belgien gibt es nun auch in Würzburg ein Ebola-Trainingszentrum. In einer Blitzaktion ist am Wochenende auf dem Gelände der Würzburger Missionsärztlichen Klinik (Missio) ein Trainingszentrum für zivile Einsatzkräfte entstanden. In Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) und Ärzte ohne Grenzen (MSF) wird in einem zweitägigen Kurs DRK-Personal für den Einsatz in Westafrika geschult.


(Würzburg, Oktober 2014) Valerie Herzog gehört dazu. Die Projektleiterin aus Bern hat schon einige Kriseneinsätze hinter sich, "aber noch nie in einem Ebola-Gebiet". Sorgfältig legt sie die Schutzkleidung unter den Augen von Thomas Kratz von MSF an. Der Arzt kämpfte in Sierra Leone gegen die Epidemie und gibt seine Erfahrungen weiter.

Für DAHW-Vorstandsmitglied und Tropenmediziner Professor August Stich vom Würzburger Missio ist es zur Eindämmung der Epidemie wichtig, Menschen zu isolieren, die Symptome zeigen. Nur so könne man die Epidemie langfristig zum Stillstand bringen. "Doch keiner weiß, wann es soweit ist. Eine Situation wie in Westafrika wird es bei uns nicht geben", sagt der Arzt. Einfach sei es nicht, Personal für den Hilfseinsatz zu bekommen.

"Wir brauchen vor allem Logistiker, Mediziner, Handwerker", sagt Andreas Fabricius vom DRK. "Zurzeit haben wir eine faszinierende Mischung", ergänzt er. Hochprofessionelle Freiwillige sind es, die Patienten schnell isolieren, dabei sich und andere schützen und in Zelten unter klimatisch unwirtlichen Bedingungen leben können. "Wir bauen vor Ort ein künstliches Dorf auf. Wenn wir nur Ärzte hinschicken, würden diese wohl schon am Aufbau der Zelte scheitern", sagt Professor Stich.


"Wenn unsere Leute aus den Behandlungszentren kommen, sind ihre Anzüge hoch kontaminiert. Umso wichtiger ist es, große Sorgfalt beim Ausziehen walten zu lassen. Ebola verzeiht keine Fehler", betont Dr. Maximilian Gertler von MSF. Der anstehende Einsatz im Krisengebiet wird rund einen Monat dauern, anschließend gibt es drei Wochen zur Erholung. Die Helfer sind damit rund zwei Monate nicht an ihrer Arbeitsstelle, die DRK übernimmt nach Rücksprache mit den Arbeitgebern das Gehalt. Bei Selbständigen werde es individuell gehandhabt.

Insgesamt haben sich 1.300 Freiwillige gemeldet, davon wurden 73 als geeignet eingestuft. Nach ihrer Rückkehr müssen sich die Helfer erstmal selbst beobachten. Erst nach drei Wochen ist die Gefahr einer Ansteckung gebannt. In den nächsten Wochen werden weitere Kurse stattfinden, solange Bedarf besteht und es Freiwillige gibt.

Die beste Prävention sei noch immer, die Epidemie vor Ort zu behandeln. Es ist der größte Ebola-Ausbruch in der Geschichte. "Wir müssen uns engagieren und Hilfe leisten. Es ist eine der gefährlichsten Krankheiten, die es gibt", sagt Professor Stich. "In der Hauptsache müssen weitere Isolierstationen eingerichtet werden, denn die bestehenden sind vollkommen überlastet." Bis zu ihrem Abflug heißt es für die 17 Freiwilligen, den Ernstfall zu üben.