Ein Leben für die Leprakranken

Dr. Ruth Pfau und Waltraud Schreiner im Sauerland

Zu ihrem 85. Geburtstag wünscht sich Waltraud Schreiner mehr Engagement gegen die Krankheit


Bei den Leprakranken in Pakistan ist Waltraud Schreiner hoch angesehen, in jeder freien Minute hat sie sich für diese Menschen eingesetzt. "Das würde ich sofort wieder machen“, sagte die rüstige Rentnerin, als sie im engsten Familienkreis ihren 85. Geburtstag feierte. Jürgen Belker-van den Heuvel, Leiter des Büros Münster der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), hat sie zu diesem Anlass mit der Goldenen Ehrennadel der DAHW ausgezeichnet und eine Urkunde für ihr Lebenswerk überreicht.

Über 4 Millionen Euro hat der "Freundeskreis Karachi im DAHW“, den Waltraud Schreiner 1964 in Freienohl gegründet hat, für die Arbeit der bekannten Lepraärztin Ruth Pfau, gesammelt. In den Anfängen waren es große Hilfstransporte, die von Freienohl nach Pakistan gingen.

Zu ihrem 85. Geburtstag wünscht sich Waltraud Schreiner mehr Engagement gegen die Krankheit.

Zu ihrem 85. Geburtstag wünscht sich Waltraud Schreiner mehr Engagement gegen die Krankheit

Mehrmals hat sie Ruth Pfau zu unvergessenen Großveranstaltungen ins Sauerland eingeladen. Mit unzähligen Vorträgen, Basaren, Veranstaltungen mit Pfarrgemeinden, Vereinen, Schulen und Jugendgruppen hat sie Aktionen ins Leben gerufen und für den Freundeskreis  geworben. Den "Freundesbrief Karachi“ hat sie bis 1994 selbst herausgegeben und damit einen treuen Freundeskreis in Deutschland aufgebaut, der die DAHW und Ruth Pfau bis heute wirkungsvoll unterstützt. Für diese besonderen Verdienste wurde Waltraud Schreiner 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande und 1990 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse ausgezeichnet.

"Allein hätte ich das nie schaffen können“, gab die ehemalige Altenpflegerin, auf ihr Lebenswerk angesprochen, bescheiden zu verstehen. "Was für mich zählt ist, dass die Unterstützung durch den Freundeskreis weitergeht, die Freundschaft zu Ruth Pfau, den Menschen in Pakistan und im Freundeskreis. Wir konnten mit der Hilfe etwas bewirken und haben in Deutschland in den Köpfen der Menschen etwas verändert.“ Die Arbeit von Ruth Pfau und der DAHW hat bislang mehr als 50.000 Menschen allein in Pakistan eine Heilung von der Lepra ermöglicht. An diesem Erfolg hat der "Freundeskreis Karachi“ mit dessen Begründerin Waltraud Schreiner wesentlichen Anteil. "Wir dürfen die Leprakranken jetzt nicht im Stich lassen. Jährlich erkranken immer noch mehrere Hunderttausend Menschen weltweit an der Lepra, allein bis zu 1.000 Menschen in Pakistan. Wir müssen weiterhin am Ball bleiben“, appelliert Waltraud Schreiner abschließend und würde am liebsten gleich wieder eine neue Aktion starten.

Autor: Jürgen Belker-van den Heuvel