Erdbeben in Pakistan

Jüngste Informationen von Mervyn Lobo, dem Geschäftsführer des Marie Adelaide Leprosy Center (MALC) in Karachi


(Karachi/24.09.2013) Ein Erdbeben der Stärke 7.7 traf am 24. September 2013 den Awaran Distrikt in der Provinz Balochistan. Das Epizentrum lag in einem abgelegenen Gebiet des Landes, 20 km nordöstlich von Awaran und 270 km nördlich von Karachi.

Auf Grund der geringen Bevölkerungsdichte in dieser Region gibt es dort gerade einmal 300.000 Menschen. Der Großteil der Bevölkerung lebt in Lehmhäusern und ist sehr arm.

Problembereiche der Menschen dort sind:

  • Gesundheit von Mutter und Kind
  • Mangelernährung
  • Hautprobleme
  • Schwere Augenprobleme (nach unserer Erfahrung ist Awaran einer der Distrikte, in denen wir bei „eye camps“ mehr als 100 Operationen des grauen Stars haben)
  • Hohe Behinderungsrate

Auf Grund der politischen Probleme gab es größere Schwierigkeiten, sich in diesem Distrikt einzusetzen. Auswärtige werde als Zielscheiben gesehen. Und somit sind die Gemeinden, die sowieso schon weit jenseits der Armutsgrenze leben, noch stärker von Dienstleistungen abgeschnitten.

Folgende Informationen bekamen wir von unserem Team:

  • Die Zahl der Opfer liegt derzeit bei 150
  • Durch das Beben sind Straßen sehr stark beschädigt, herabgestürzte Felsbrocken blockieren die Zufahrtsstraße nach Awaran, die Gegend ist sehr schwer zu erreichen.
  • Rettungsarbeiten sind angelaufen und Menschen werden aus dem Geröll gerettet.
  • Da die Gegend schwer zugänglich ist, gibt es nur wenige Rettungsteams.
  • Für die Betroffenen gibt es keine geeigneten Unterkünfte, Zelte und warme Mahlzeiten werden benötigt. Da diese nicht transportiert werden können, müssen die Menschen mit anderem, lebensrettendem Essbarem versorgt werden. (Wir schauen, ob wir ein Zelt aufbauen und für warme Mahlzeiten sorgen können.)
  • Definitiv sind die Behandlung der Verletzten sowie die medizinische Versorgung der Kranken erforderlich.
  • Nach vorsichtiger Schätzung sind ca. 30 bis 50 % der Häuser zerstört.
  • Weitere betroffene Gebiete sind die Distrikte Gwadar, Kech, Chaghi und Panjgoor.

Unser Team wird uns auf dem Laufenden halten, und wir werden entsprechend informieren.