Fakten statt Vorurteile

keine Seltenheit: eine durch Lepra verstuemmelte Krallenhand

Wie und warum Lepra Menschen verstümmeln kann


Lepra führt entgegen weit verbreiteter Vorurteile nicht automatisch zum „Verfaulen“ von Gliedmaßen, sondern ist streng betrachtet eine Nervenkrankheit. Die Bakterien greifen die Nerven an und blockieren sie. Als Folge können die Patienten entweder bestimmte Muskeln und Körperteile nicht mehr bewegen oder ganze Stellen des Körpers werden gefühllos.

Meist ist zunächst die Haut auf Armen und Beinen betroffen: Dort bilden sich sichtbare Flecken, der Patient spürt Berührungen an diesen Stellen nicht mehr. Später werden die ganzen Hände oder Füße taub. Verletzt sich ein Leprakranker dort, bemerkt er das deshalb nicht immer sofort – die Wunde kann sich schnell entzünden.

Werden diese Entzündungen nicht richtig behandelt, entwickeln sich gefährliche chronische Entzündun-gen, die dann, als Begleitfolge der Lepra, zum Absterben von Gewebe führen können. Eine Amputation der betroffenen Gliedmaßen ist oft der letzte Ausweg.