Hintergrund: Offen für neue Krankheiten

Togo: Muskelzerstoerung bis auf die Knochen - Buruli Ulcuer

Buruli Ulcer, Chagas und Leishmaniose schoben sich ins Blickfeld


AIDS, Malaria und Tuberkulose werden häufig genannt, wenn es um Krankheiten in Entwicklungsländern geht, Lepra schon seltener. Kaum jemand aber kennt Buruli Ulcer, Chagas oder Leishmaniose, Krankheiten, an denen Millionen Menschen leiden, zumeist die Ärmsten der Armen. In Togo und im Südsudan schritt die DAHW 2006 mit Maßnahmen gegen Buruli Ulcer voran. In Bolivien unterstützt sie zwei Kliniken, in denen Chagas- und Leishmaniose-Patienten behandelt werden.

"Neglected diseases“, vernachlässigt heißen diese Erkrankungen. So ist es mit eine Aufgabe der DAHW, über deren schreckliche – und vermeidbare – Folgen aufzuklären. Weiterbildung der Gesundheitshelfer steht ganz oben auf der Prioritätenliste. Am wirkungsvollsten ist die Früherkennung, wozu bei Buruli freilich geschultes medizinisches Personal nötig ist. Buruli – die gleichnamige Region in Uganda gab der Krankheit ihren Namen – kommt vor allem in sumpfigen, feuchten Gebieten West- und Zentralafrikas vor. Sie könnte bei ersten Anzeichen, schmerzfreien Verhärtungen unter der Haut, leicht behandelt werden. Wo dies unterbleibt und das "Mycobacterium ulceran“ weiter sein Gift im Menschen produziert, droht ein Befall bis in die Knochen. Die Krankheit verstümmelt vor allem Kinder.

2006 hat die DAHW in Togo ein Hilfsprojekt für Burulipatienten in die Wege geleitet. Und man kümmert sich darum, dass Kinder, bei denen eine Hauttransplantation erforderlich ist, während der langwierigen Heilung im Krankenhaus weiter Schulunterricht bekommen.

Krankheiten der Armen

Sandmücken übertragen die mukokutane Leishmaniose – Geschwüre vor allem auf den Schleimhäuten von Mund und Nase. Die Narben gefürchteter Sekundärinfektionen entstellen das Gesicht. Die DAHW unterstützte 2006 das bolivianische Hospital Dermatológico de Jorochito bei Santa Cruz unter anderem mit modernen Leishmaniose-Medikamenten im Wert von 1.642 Euro. Damit konnten zwei Erwachsene und zwei Kinder behandelt werden, die Resistenzen gegenüber den herkömmlichen, wesentlich billigeren Medikamenten entwickelt hatten.

Gefahr von oben: Die Raubwanze Vinchuca stürzt sich aus Dachritzen auf den Menschen. Foto: DAHW/Carola Mühleisen

Gefahr von oben: Die Raubwanze Vinchuca stürzt sich aus Dachritzen auf den Menschen. Foto: DAHW/Carola Mühleisen

Eine andere Plage, besonders in Bolivien: Die Raubwanze Vinchuca infiziert die menschliche Blutbahn beim nächtlichen Stich. Lebensraum des Saugers sind die Ritzen grasgedeckter Hütten in den Tälern der östlichen Anden-Ausläufer – auch Chagas ist eine Krankheit der Armen. Sie befällt das Nervensystem, weitet den Darm und kann das Herz im Endstadium bis zum Vierfachen des normalen Volumens vergrößern. Schätzungen zufolge ist bis zu einem Viertel der bolivianischen Bevölkerung infiziert. Trotz großer Erfolge bei der Bekämpfung sind weitere Anstrengungen erforderlich. Dem stellt sich die DAHW und hilft da, wo sie seit langem erfolgreiche Lepra-Arbeit leistet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht davon aus, dass Chagas bis 2010 besiegt werden kann. Einen Impfstoff gibt es nicht. Prophylaxe kann dennoch einfach sein: In verputzten Häusern unter Wellblechdächern nistet sich Vinchuca nicht ein.



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