Im Gepäck: Geschichten aus Togo

DAHW-Repräsentant in Togo, Franz Wiedemann, zu Besuch in Würzburg

DAHW-Repräsentant Franz Wiedemann besucht die DAHW in Würzburg


(Würzburg, März 2013) Franz Wiedemann, Repräsentant der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Togo, besucht die DAHW-Zentrale. Im Gepäck hat er wieder viele Geschichten von seiner Arbeit in dem kleinen westafrikanischen Land. Zu seinem Team vor Ort gehören neun Mitarbeiter. Die Krise im nördlich gelegenen Mali wirft ihre Schatten voraus: Auf dem Militärflughafen der Hauptstadt Lomé landen Transallmaschinen auf ihrem Weg ins krisengeschüttelte Mali. „Zum Be- und Entladen“, sagt Wiedemann. Trotzdem wurden in allen französischen Einrichtungen die Sicherheitsvorkehrungen verstärkt, da Togo den Militäreinsatz der Franzosen gegen islamische Fanatiker unterstützt. „Man muss einfach aufpassen“, sagt der ehemalige Maurermeister, der seit vielen Jahren in der Entwicklungszusammenarbeit tätig ist. „Man achtet verstärkt auf Bärtige mit hellerer Haut, die es sonst im Stadtbild eher nicht gibt!“

Sicherheitsmaßnahmen werden verstärkt

Die Arbeit werde durch die leicht veränderte Situation nicht beeinflusst. „Nach wie vor arbeiten wir mit verschiedenen Partnern zusammen“, sagt er. Dazu zählen Deutsche Botschaft, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Handicap International und Cristoffel Blindenmission (CBM). Wie in vielen Ländern Afrikas auch, mangelt es in Togo an Ärzten, Chirurgen und Psychologen. Zurzeit läuft eine Kampagne des staatlichen Gesundheitsministeriums zu „Mutter- und Kind-Gesundheit“. Staatliche Zuschüsse für Tuberkulose (TB)-Erkrankungen werden daher zugunsten des neuen Programms reduziert.

Anpassung sei gefragt: „Wir integrieren in unsere Projekte nun auch das Thema reproduktive Gesundheit, schließlich gibt es viele Mütter, die mit TB infiziert sind“, beschreibt Wiedemann. Außerdem gibt es häufige Fälle mit multiresistenter TB. Sie betreffen Männer, Frauen und Kinder. Das DAHW-Team vor Ort suche nun einen geeigneten Ort für diese Menschen, um das hohe Ansteckungsrisiko besser in den Griff zu bekommen. In den Bereichen Lepra, TB und Buruli Ulcer wird eng mit dem Nationalprogramm des Gesundheitsministeriums zusammengearbeitet.


Helfen Sie mit!

Damit mehr Kinder von Buruli geheilt werden können.


Schnellere Heilung durch Sport und Spiel

Buruli Ulcer ist tückisch und eine in den Tropen verbreitete infektiöse Erkrankung der Haut und Weichteile. Besonders Kinder sind davon betroffen. An ihren Extremitäten bilden sich Geschwüre, die bis zur völligen, großflächigen Gewebezerstörung führen. „Wir behandeln die Kinder in den Krankenhäusern. Die Behandlung dauert oft Monate.“ In diesen Fällen hat die DAHW eine Vereinbarung mit den Schulen der Nachbarschaft getroffen. Die Kleinen dürfen dort den Unterricht besuchen. „Je mehr Kinder durch Lernen, Spiel und Sport gefördert werden, umso schneller geschieht auch die Heilung“, ergänzt Wiedemann.

Eine weitere Herausforderung für die DAHW-Mitarbeier sei die alte Krankheit PIAN, im Englischen auch als „Yaws“ bezeichnet. „Sie zeigt sich durch einen starken Ausschlag im Gesicht und an den Händen“, sagt Wiedemann. „Zum Glück ist sie einfach zu heilen - mit Penicilin oder Antibiotika.“ Übertragen wird sie durch Kontakt mit anderen. Angesichts der guten und schnellen Heilungschancen verliert sie die Schrecken, die TB oder Lepra verbreiten. Letztere ist auch in Togo weit verbreitet.

Mit fahrbarem Labor unterwegs

Gemeinsam mit einer deutschen Hochschule arbeitet die DAHW vor Ort an einem Lepra-Test. „Durch einen Nasenabstrich können wir bei unseren Feldbesuchen kontrollieren, ob das Leprabakterium Mycobacterium leprae noch aktiv oder schon tot ist, im Gegensatz zu einem gerade in Brasilien diskutierten Lepra-Schnelltest. Wir sind mit einem fahrbaren Labor unterwegs.“ Noch ist es ein Forschungsprojekt. Ein Diagnostiktest, der vielversprechend sein könnte. „Wir wissen erst in ein paar Monaten, ob die Methode tatsächlich immer funktioniert und zuverlässig ist.“


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