Interview mit DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm

DAHW-Geschäftsführer Burkard Kömm in Pakistan

Foto: Bernd Hartung

Seit fast einem Jahr ist Burkard Kömm Geschäftsführer der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW). Eine seiner ersten Projektreisen hat ihn jetzt nach Pakistan geführt, wo er sich über die Arbeit von Dr. Ruth Pfau informiert hat.


Frage: Herr Kömm, waren Sie zur Projektbesichtigung bei Ruth Pfau
oder um ihr zu ihrem 50-jährigen Jubiläum zu gratulieren?

Als Mitarbeiter eines Hilfswerkes darf man nicht um die halbe Welt reisen,
nur um Glückwünsche auszurichten – egal, wie wichtig diese Person für uns ist. Natürlich ging ich auch dorthin, um unsere Hilfsprojekte vor Ort näher kennen zu lernen. Den Reisetermin legte ich aber bewusst so, dass ich an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilnehmen konnte.

Frage: 50 Jahre ist Ruth Pfau nun in Pakistan – was hat sie in dieser
Zeit erreicht?
Als sie dort ankam, hat Dr. Ruth Pfau die Menschen auf der Straße untersuchen müssen, später hielt sie ihre Armenambulanz in einer kleinen
Hütte ab. Heute betreibt MALC ein Referenzhospital in Karachi und
verantwortet das Leprahilfsprogramm in vielen Teilen Pakistans. Die Klinik hat einen sehr guten Ruf und bietet besonders für die Ärmsten der Armen die einzige Möglichkeit einer medizinischen Versorgung.

Frage: Wie wichtig ist dabei noch die Lepra-Arbeit?
Das MALC besteht nicht nur aus dem Krankenhaus in Karachi – dazu
gehören auch über hundertfünfzig Außenstationen, die über das ganze Land verteilt sind. Auch heute noch gibt es zahlreiche Neuerkrankungen und sehr viele ehemalige Leprapatienten, die von diesen Stationen aus betreut werden. Dank der intensiveren Leprakontrolle im Ballungsraum Karachi, konnten seit 2008 mehr Leprafälle entdeckt werden.

Frage: Was macht Ruth Pfau so einzigartig?
Zunächst die Kombination aus Ordensfrau und Ärztin. Sie arbeitet
hochprofessionell und effi zient, gleichzeitig aber auch mit großem
mitmenschlichen Engagement. Wo fi ndet man sonst 80-Jährige, die so
aktiv sind in einem Beruf, der ohnehin mehr erfordert als eine 40-Stunden-
Woche? In Pakistan wissen die Menschen dies sehr zu würdigen.

Frage: Trotzdem – mit 80 Jahren machen sich viele Menschen Gedanken um die Zukunft. Wie wird die Arbeit dort wohl in 20 Jahren aussehen?
Ich bin ganz sicher, das Lebenswerk von Ruth Pfau wird weitergehen! Dafür sorgen die vielen treuen Spender und die Ruth-Pfau-Stiftung, die wir vor einigen Jahren genau zu diesen Zweck gegründet haben. Und dafür sorgt auch das kompetente Mitarbeiterteam, das Dr. Ruth Pfau aufgebaut hat.


Jeder Euro macht Sie zum Retter!

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Jeder kann ein Retter sein! Ist eine Kampagne der Deutschen Lepra und Tuberkulosehilfe e.V.


Mit 50€ sorgen für die Behandlung eines Leprakranken.
150€ von Ihnen sichern das Monatsgehalt einer Krankenschwester.
690€ reichen, um die stationären Patienten für einen Monat mit Essen zu versorgen.
1680€ benötigt Frau Dr. Pfau 2010 für Instandhaltungsarbeiten im Krankenhaus.

 

Dr. Ruth Pfau - 50 Jahre Einsatz in Pakistan

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Zu Besuch bei Dr. Ruth Pfau der Mutter der Leprakranken

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