Jutta Köppen: Ehrenamtliche der ersten Stunde

Auszeichnung von Jutta Köppen mit dem Bundesverdienstkreuz

Jutta Köppen zwischen ihren Kindern und Landrat Dieter Bartels (links) nach der Verleihung im Alten Rathaus von Rheinberg. Foto: Armin Fischer / DAHW

Auszeichnung dank langjährigen Engagements für die DAHW


(Würzburg, Juli 2013). Jutta Köppen aus Rheinberg ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden. Heinz-Dieter Bartels, stellvertretener Landrat im Kreis Wesel, würdigte bei der Verleihung der höchsten deutschen Auszeichnung besonders die langjährige ehrenamtliche Tätigkeit Köppens für die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe. Jochen Schroeren, ehrenamtliches Vorstandsmitglied der DAHW, bezeichnete die frisch geehrte und immer noch rüstige Rentnerin als „stille Heldin“.

Als Jutta Köppen geboren wurde, hieß der Reichspräsident noch Friedrich Ebert. Am 3. August 2013 feiert die gebürtige Schlesierin ihren 89. Geburtstag in Rheinberg im Kreis Wesel. Der Vorort Ossenberg ist seit rund 60 Jahren ihre Heimat, hier begann sie auch sofort, sich ehrenamtlich sozial zu engagieren, wie sie es bereits von Zuhause gewohnt war.

Selbst gelernte Krankenschwester, ihr Mann Arzt, hatte Jutta Köppen stets die Not von kranken Menschen im Blick und blickte dabei weit über ihren Beruf hinaus: „Wie ergeht es Menschen in armen Ländern, wenn sie erkranken?“ fragte sie sich oft und stieß dabei auf die soeben gegründete DAHW, damals noch „Deutsches Aussätzigen-Hilfswerk“.

Den Menschen zu helfen, die an der Armutskrankheit Lepra erkrankt waren, wurde ihr Lebensinhalt: Sie versammelte andere Frauen aus Rheinbarg, um Binden aus Baumwolle zu stricken. Damit konnten die DAHW-Mitarbeiter in den Projekten die Wunden der Leprakranken verbinden, Lepra war zu diesem Zeitpunkt noch nicht heilbar.

Nach einigen Jahren wurde klar, dass es günstiger und für die Projektländer nachhaltiger war, die Binden vor Ort produzieren zu lassen. Doch Jutta Köppen und ihre rund 30 Mitstreiterinnen strickten und häkelten trotzdem weiter: Nur eben keine Binden mehr, sondern praktische Dinge wie Mützen, Handschuhe oder Pullover, die sie auf ihren Basaren zum Kauf anboten. Rund 140.000 Euro hat die Gruppe im Lauf der Jahre auf diese Weise gesammelt und für die Arbeit der DAHW gespendet.

DAHW-Vorstand Jochen Schroeren aus Viersen lobte die frisch geehrte ehrenamtliche Mitstreiterin: „Was sie an Geld gesammelt hat, ist schon eine stolze Summe. Aber darauf kommt es eigentlich gar nicht an, sondern vielmehr dass Jutta Köppen immer ansprechbar ist, wenn Hilfe benötigt wird. Wann immer sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten helfen kann, ist die Hilfe praktisch schon geschehen. Die DAHW ist stolz darauf, dass Menschen wie Jutta Köppen sich ehrenamtlich für die Arbeit gegen die Krankheiten der Armut engagieren.“