Nach Erfolg im Kampf gegen Lepra in Thailand

Verabschiedung Wolfgang Kampf (links) - Gudrun Freifrau von Wiedersperg (rechts)

DAHW-Urgestein Wolfgang Kampf geht in den Ruhestand


(Würzburg, im März 2010) Nach mehr als dreißig Jahren Dienst in der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) ist Wolfgang Kampf in den Ruhestand verabschiedet worden. Für sein großes Engagement im Kampf gegen die Lepra in Thailand hat DAHW-Präsidentin Gudrun Freifrau von Wiedersperg dem langjährigen Repräsentanten des Hilfswerks in dem asiatischen Land herzlich gedankt.

Zwischen 1980 und 2010 konnte die Zahl der Lepra-Neuerkrankungen drastisch gesenkt werden und „die langjährige, unermüdliche Unterstützung der Lepra-Arbeit in Thailand durch die DAHW war ein wichtiger Faktor für den Erfolg“, so Regierungsvertreter Professor Teera Ramasoota.

Mit Wolfgangs Kampfs Eintritt in den Ruhestand hat die DAHW auch ihr Regionalbüro in Thailand geschlossen. Das Lepra-Kontrollprogramm ist jetzt in den staatlichen Gesundheitsdienst integriert.

Wolfgang Kampf wurde 1947 in Handewitt/ Schleswig-Holstein geboren. Den studierten Betriebswirt zog es schon früh in den Entwicklungsdienst. Sein erster Einsatz führte ihn Mitte der 1970er Jahre nach Botswana, wo er im Auftrag des Deutschen Entwicklungsdienstes (DED) die Leitung eines Berufsbildungszentrums übernahm. Nach einem schweren Motorradunfall musste er 1978 nach Deutschland zurückkehren. Hier nahm er Kontakt zur DAHW auf. „Ich war einer der ersten in der Zentrale, der Auslandserfahrung mitbrachte“, erinnert sich Wolfgang Kampf. Zwei Jahre blieb er in Würzburg. „In diesen zwei Jahren wurde Hermann Kober mein großes Vorbild und Motivator. Zu beobachten, mit welcher Hingabe und Energie er sich für das DAHW einsetzte, hat mich über all die Jahre inspiriert“, erzählt Wolfgang Kampf. 

So interessant die Aufgaben in Würzburg auch waren, als der Mitbegründer der DAHW ihm 1980 anbot, als Genossenschaftsberater und Repräsentant nach Thailand zu gehen, zögerte Wolfgang Kampf keinen Augenblick. In Thailand waren damals mehr als 47.000 Leprapatienten in Behandlung und jährlich wurden 10.000 neue Patienten gefunden. Heute liegt die Zahl der neuentdeckten Fälle bei 300 pro Jahr. „Ich bin stolz darauf, dass die DAHW an dieser erfolgreichen Anti-Lepra-Kampagne maßgeblich beteiligt war“, zieht er Bilanz.

Nach 30 Jahren in Thailand blickt Wolfgang Kampf zurück: „Mehr als einmal gab es Meinungsverschiedenheiten zwischen der Zentrale und dem Regionalbüro. Aber immer haben wir es geschafft, diese beizulegen.“ Dass er so lange in Thailand geblieben ist, hat auch familiäre Gründe: Kampf ist mit einer Thailänderin verheiratet. „Sicher hat es auch damit zu tun, dass eine neue Herausforderung kam, wenn immer die Arbeit zur Routine wurde.“ So hat Wolfgang Kampf auch die DAHW-Unterstützung für Kambodscha, Vietnam und China koordiniert. Zeitweilig war er auch kommissarisch für Pakistan zuständig.

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