Rina - ihre Lepra wird endlich behandelt

Pakistan - Karachi: Dr. Ruth Pfau heilte die 16-jaehrige Rina und pflegt nach wie vor die menschliche Beziehung zu ihr

Rina - ihre Lepra wird endlich behandelt.

Nachrichten von Dr. Ruth Pfau


Rina ist 16 Jahre alt. Sie lebt mit ihren Eltern und fünf Geschwistern in Korangi, einem Stadtteil im Südosten der pakistanischen Millionenmetropole Karachi. Die Familie lebt bescheiden in einem kleinen sauberen Haus, ist in der christlichen Gemeinde gut integriert. Das Familieneinkommen reicht gerade zum Nötigsten und dazu, die Kinder in die Schule schicken zu können. Rina weiß genau, was sie will. „In vier Jahren, wenn ich mit der Schulausbildung fertig bin, möchte ich eine Ausbildung zur Krankenschwester machen“, erzählt das schüchterne Mädchen auf Englisch.

Vor 11 Monaten erkrankt Rina. Auf ihrer Haut haben sich Flecken gebildet. Und sie klagt darüber, dass diese Stellen gefühllos sind, sie nicht einmal warm und kalt wahrnehmen kann.

Die besorgten Eltern bringen ihre Tochter zu einem Arzt. Der Arzt vermutet ein Ekzem, doch die verordneten Salben bringen keine Besserung. In wenigen Monaten wird Rina von mehreren Ärzten untersucht. Doch keiner weiß, woran das junge Mädchen leidet. Beim Gottesdienst in der Kirche sprechen die Eltern mit anderen Gläubigen über ihre Sorgen. Einer der Anwesenden ist Samson. Er arbeitet als Apotheker in dem von Dr. Ruth Pfau aufgebauten Marie-Adelaide-Leprazentrum (MALC) in Karachi.

Aufgrund seiner Arbeit kennt Samson die von Rinas Eltern geschilderten Symptome nur zu gut. Er rät dem besorgten Vater, mit seiner Tochter so rasch wie möglich in die Spezialklinik im Zentrum von Karachi zu fahren.

P3033593_264Samson sollte Recht behalten. Nur wenige Tage später bringt Rias seine Tochter ins Marie-Adelaide-Leprazentrum. Rina hat eine hoch infektiöse Lepra. Sie muss vorerst eine Woche in der Klinik bleiben. Die ganze Familie ist froh, dass Rina nun endlich behandelt wird. Wichtig ist jetzt nicht nur, dass Rina nach der Akutbehandlung die Medikamente weiter einnimmt und regelmäßig zu den Kontrolluntersuchungen kommt, auch Rinas Umfeld muss untersucht werden.

Die Lepra-Assistenten Mohamed und Robina aus dem MALC Zentrum untersuchen die Familie – doch weder die Eltern noch die Geschwister weisen Symptome der Erkrankung auf.

In Reihenuntersuchungen werden Mohamed und Robina auch die weiteren Verwandten sowie Rinas Schulfreunde untersuchen und über viele Jahre beobachten müssen.

Rinas Therapie wird noch lange dauern. Doch Rina weiß mittlerweile: Lepra ist heilbar! Und die eigene Erkrankung bestärkt sie, ihr Berufsziel weiter zu verfolgen. „Wenn ich erwachsen bin, möchte ich auch anderen Menschen helfen“, ist Rina überzeugt.


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