Brasilianischer Austausch im Egelsbacher "Lädchen"
Das Lädchen in Egelsbach (südlich von Frankfurt) verkauft "gesammelte Werke" - gut erhaltene Waren aus zweiter Hand, die manche auch liebevoll als "Trödel" bezeichnen.
Gegründet hat dieses besondere Geschäft, dessen gesamter Erlös ausschließlich in wohltätige Aktionen fließt, die Katholische Frauengemeinschaft der Kirchengemeinde St. Joseph in Egelsbach. Die Frauen und mit ihnen auch deren Männer unterstützen bereits seit mehr als 27 Jahren die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW).
Gern hat diese aktive Gemeinschaft die Chance angenommen, sich Informationen über die Lepra-Arbeit direkt aus erster Hand zu besorgen: Manfred Göbel flog 1978 von München nach Brasilien, um dort als Entwicklungshelfer zu arbeiten. Eigentlich wollte er nur zwei Jahre bleiben, aber er verliebte sich in eine brasilianische Lepraärztin. Inzwischen arbeitet er seit über 30 Jahren für die DAHW in Brasilien, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Wenn er nach Deutschland kommt, ist Göbel ein gefragter Referent, seine Erlebnisse in Brasilien hat er auch in einem Buch veröffentlicht.

Manfred Göbel berichtete von seiner Arbeit in Brasilien
Manfred Göbel versteht es sehr bildhaft und lebensnah von seiner Arbeit zu berichten. Von dem Land, den Lebensbedingungen und der Arbeit gegen Armut, Krankheit und Lepra. Das Publikum hört begeistert zu und nutzt anschließend die Möglichkeit auch noch direkt Fragen an Manfred Göbel zu stellen.
Mehr als 40 interessierte Zuhörer sind nach einer Andacht für die Leprakranken in den Gemeindesaal gekommen, um sich den Vortrag von Manfred Göbel anzuhören. Ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Lädchens waren ebenso dabei wie Kunden, die immer wieder gerne beim Lädchen vorbeischauen und meistens fündig werden.
Alle nahmen nicht nur viele Informationen aus erster Hand mit, sondern auch einen höchst interessanten Aspekt: Manfred Göbel möchte das Lädchen in Egelsbach künftig in seine Vorträge einbauen – als Beispiel für eine gelungene Initiative, durch die alle Parteien gewinnen: Menschen spenden Sachen für die sie keine Verwendung mehr haben, andere freuen sich über die günstige Möglichkeit, schöne Dinge zu erstehen und mit dem Gewinn erhalten Menschen, die von Lepra betroffen sind, Hilfe zur Behandlung, Rehabilitation und Wiedereingliederung.
Als Dank für den unermüdlichen Einsatz der katholischen Frauengemeinde Egelsbach überreichte Göbel der Vorsitzenden Agnes Schlicker ein signiertes Buch „Größer als die Furcht ist die Liebe – Mein Einsatz gegen Lepra“. Doch der größte Dank kam für die meisten Zuhörerinnen und Zuhörer durch die vielen Informationen aus erster Hand: So detailliert zu erfahren, was mit den Spenden vor Ort geschieht, wird eine zusätzliche Motivation für die zukünftige Arbeit des Lädchens sein.





