Jahresbericht 2000

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Lepra und Tuberkulose -
Tabletten alleine genügen nicht!

Im Jahr 2000 konnte die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. in der Lepra-Arbeit neben der medizinischen Versorgung zwei weitere Schwerpunkte fortsetzen: die Vorsorge zur Vermeidung von Behinderungen und die soziale und wirtschaftliche Wiedereingliederung ehemaliger Patienten. Auch die Tuberkulose-Hilfe beschränkt sich nicht auf das Verteilen von Medikamenten. Besonders wichtig sind hier die Ausbildung des medizinischen Personals und die Aufklärung der Patienten.

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Lepra
Behinderungen vermeiden - Ein weltweites Konzept

Das Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk entwickelte zusammen mit anderen Trägern der Leprabekämpfung ein weltweites Konzept zur Verhütung von Behinderungen bei Lepra genannt POD, "prevention of disabilities". Erfahrene Sozialarbeiter leiten die Patienten an, wie sie im Alltag Gefahrenquellen erkennen, um ihre durch die Krankheit gefühllos gewordenen Hände und Füße zu schützen. Sie werden auch über die tägliche Pflege verkrüppelter und behinderter Hände und Füße sowie die Behandlung kleinerer Verletzungen und heilgymnastisches Training gegen Gelenkversteifungen unterrichtet. Weitere Elemente von POD sind das Bereitstellen von Hilfsmitteln, die für Behinderte in der sogenannten Dritten Welt nicht erschwinglich oder verfügbar sind. Dazu gehören orthopädische Schuhe für gefühllose und verformte Füße, Prothesen oder Sonnenbrillen zum Schutz der von Lepra angegriffenen Augen.

 
Soziale und wirtschaftliche Rehabilitation

"Lepra heilen" schließt auch die Über-windung der sozialen und wirtschaftlichen Probleme der Betroffenen mit ein. Deshalb fördert die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. Kleindarle-hens-Programme für geheilte Leprapatienten. Damit wird die Grundlage für ein regelmäßiges Einkommen geschaffen. Mit einem kleinen Startkapital erwerben Patienten beispielsweise einen Webstuhl, sie eröffnen einen Teestand oder einen kleinen Laden. So wird nachhaltig Hilfe zur Selbsthilfe verwirklicht. die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. fördert in vielen Projekt-ländern den Schulbesuch leprakranker Kinder. Es unterstützt aber auch die Ausbildung von Kindern und Jugendlichen, die wegen der Krankheit ihrer Eltern in den öffentlichen Schulen und Lehrwerkstätten abgelehnt werden. Auf diese Weise soll ihnen das Schicksal erspart bleiben, zeitlebens vom Stigma der Lepra überschattet zu sein. Auch den alten Menschen, die durch die Lepra behindert sind, fühlt sich die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. verpflichtet. Daher unterstützt die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. Lepradörfer und Heime, in denen alte und behinderte Menschen leben können.

 
Tuberkulose
Leben retten - durch rechtzeitige und richtige Behandlung

Mit acht bis zehn Millionen Neuerkrankungen und drei Millionen Toten jährlich feiert die TB weltweit ein tödliches Comeback. Dabei ist TB eine mit Antibiotika gut behandelbare Krankheit. Aber den Patienten fehlt neben dem nötigen Geld auch das Wissen über die richtige Einnahme der Medikamente. Wird die Behandlung zu früh abgebrochen, können tödliche Resistenzen entstehen. Werden die Kranken gut aufgeklärt und richtig behandelt, kann das ihr Leben retten. die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. unterstützt Tuberkulose-Programme in 22 Ländern der Welt: Wir bilden medizinisches Fachpersonal aus finanzieren TB-Medikamente, Laborausrüstungen und Fahrzeuge für eine flächendeckende Betreuung der Patienten.