Jahresbericht 2007

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Die DAHW hat im vergangenen Jahr 295 Projekte mit insgesamt 13.651.682,16 Euro gefördert. Zu den hier aufgeführten 283 Projekten in 35 Ländern kamen noch zwölf länderübergreifende Projekte wie z.B. Aus- und Weiterbildung in der Lepra-Arbeit.

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Unsere Vision: Eine Welt!

Das Ziel der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) ist eine Welt ohne die „Krankheiten der Armut“ wie Lepra und Tuberkulose oder die „vergessenen Krankheiten“ wie Buruli Ulcer, Leishmaniose, Elefantiasis oder die Chagas-Krankheit. Alle Menschen sollen die gleichen Chancen auf eine ausreichende medizinische Behandlung bekommen. Kein Mensch darf mehr an diesen Krankheiten leiden, nur weil er sich einen Arzt nicht leisten kann.

Mit diesem Ziel engagieren wir uns seit 1957 erfolgreich in den Ländern der „Dritten Welt“. Bei der Hilfe in unseren Projekten, die wir gemeinsam mit Partnern vor Ort leisten, steht jeder einzelne Mensch im Mittelpunkt – unabhängig von Religion, Geschlecht, Nationalität oder Hautfarbe.

Wir ermöglichen eine ganzheitliche, nachhaltige Heilung des Einzelnen durch medizinische Behandlung und soziale Rehabilitationsmaßnahmen wie Ausbildungs- oder Kleinkreditprogramme. Auch der Kampf gegen Ausgrenzung und Diskriminierung aufgrund von Krankheiten ist ein Teil unserer medizinisch-sozialen Projektarbeit.

Wir unterstützen die Forschung im Kampf gegen die „Krankheiten der Armut“ und können so unsere medizinische Arbeit effektiver gestalten: Bessere Diagnosen und Therapien sowie eine Unterbrechung der Übertragungswege sind die wichtigsten Ziele.

Menschen in Deutschland informieren wir über die Gefahren dieser Krankheiten. Damit sorgen wir dafür, dass Krankheiten wie Lepra oder Tuberkulose nicht völlig in Vergessenheit geraten. Erst das Bewusstsein vieler Menschen in Deutschland über die Notwendigkeit der Hilfe ermöglicht eine effektive Behandlung der Patienten in Entwicklungsländern.


Bildung für die Zukunft

Bildung ist der Schlüssel zu einer besseren Zukunft. Nur mit einer guten Ausbildung haben die Kinder eine Chance, später dem Kreislauf von Armut und Krankheit entfliehen zu können.

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Viele Eltern können den Schulbesuch ihrer Kinder aber nicht bezahlen: Selbst ohne Schulgeld bleiben die Kosten für Schuluniform, Bücher, Hefte und Stifte. Hinzu kommt, dass in vielen afrikanischen Ländern der Schulbesuch ganztägig stattfindet, zumeist von 8 bis 16 Uhr. Dann werden noch zusätzliche Kosten für eine Schulspeisung fällig.

Waren die Eltern an Lepra erkrankt und können durch ihre Behinderungen selbst kaum noch arbeiten, müssen die Kinder mehr als nur helfen – oftmals sind sie vollwertige Arbeitskräfte und gehen deshalb nicht zur Schule.

In vielen Hilfsprojekten der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) steht daher die soziale Komponente im Vordergrund: Mit nur kleinen Hilfestellungen können die meisten Patienten nach ihrer medizinischen Heilung ihr Leben wieder selbstbestimmt meistern und ihren Kindern eine Schulbildung ermöglichen.


Ein neues Projekt entsteht nicht am Reißbrett

295 Hilfsprojekte hat die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) im Jahr 2007 gefördert, und alle haben sie eine wichtige Prüfung durchlaufen: Die DAHW prüft genau, ob sie ein Hilfsprojekt fördern kann. Dafür sind wichtige Bedingungen zu erfüllen:

  • Liegt Bedarf vor, ist das Projekt
    notwendig, füllt es eine Lücke in der Versorgung und kümmert es sich um besonders Benachteiligte?
  • Kann die DAHW in diesem konkreten Fall helfen und gibt es keine Doppelungen mit der Hilfe anderer Organisationen?
  • Sind Antragsteller und Projekt
    vertrauenswürdig und ist die nötige Expertise vorhanden?
  • Sind finanzielle und personelle
    Ressourcen bei der DAHW und beim Partner verfügbar?

Theoretisch könnte man schnell alle Fragen mit „ja“ oder „nein“ beantworten, doch in der Praxis ergeben sich aus der Prüfung viele weitere Fragen. Eine der wichtigsten ist auf jeden Fall die nach dem Antragsteller: Eine Person oder Institution, die für ein wichtiges und notwendiges Projekt Förderung durch die DAHW beantragt, muss erfahren, legal registriert und absolut vertrauenswürdig sein. Hier recherchieren die DAHW-Mitarbeiter im Umfeld der Antragsteller und auch bei anderen Hilfsorganisationen.

Ob die DAHW überhaupt der richtige Partner für ein Projekt ist, ergibt sich schon aus den Schwerpunkten, die laut Satzung vorliegen müssen: Im medizinischen Bereich sind dies Lepra, Tuberkulose, vernachlässigte Krankheiten oder Krankheiten, die oft in Verbindung mit diesen auftreten. Im sozialen Bereich dreht es sich um sozio-ökonomische und gemeinwesennahe Rehabilitation, Aufklärung und Information sowie Kampf gegen Diskriminierung aufgrund der genannten Krankheiten, oder ein Forschungsprojekt aus einem dieser Bereiche.

Jede Prüfung erfolgt nach individuellen, speziell auf die jeweiligen Regionen und Problemstellungen zugeschnittenen Kriterien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DAHW bringen dabei – als Mediziner oder Projektreferenten – ihre eigenen, zumeist umfangreichen Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

Erst wenn ein Projektantrag die Anforderungen erfüllt, geht es daran zu entscheiden, in welcher Höhe die DAHW fördert. Auch hier spielt die Erfahrung des DAHW-Teams eine große Rolle, denn bei den Kosten für Personal, Fahrzeuge oder Ausbildung gibt es sehr große Unterschiede selbst innerhalb der einzelnen Länder.

Schließlich wartet die letzte Hürde vor einer Zusage: Werden genügend Spenden eingehen, damit dieses neue Projekt zusätzlich gefördert werden kann oder muss die DAHW sogar auf ein anderes Projekt verzichten? Diese Entscheidung trifft der Vorstand nach intensiven Beratungen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der zuständigen Abteilungen.

 

 


 

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