Das Controlling und die Kunst

DAHW-Buchhalter Gueye aus dem Senegal besucht die DAHW. Foto: Sabine Ludwig

Amadou Dib Daw Gueye ist Buchhalter im DAHW-Landesbüro in Dakar, Senegal. Foto: Sabine Ludwig

Ein DAHW-Mitarbeiter aus dem Senegal stellt sich vor.


"Mein Job ist meine Berufung", sagt Amadou Dib Daw Gueye. Der Buchhalter kam durch einen Zufall zur DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe im Senegal und arbeitet nun schon seit März 2013 im Landesbüro in Dakar.

Controlling, Finanzen, Administration, Organisation - das sind seine Leidenschaften schon seit vielen Jahren. Sein akademischer Weg führte ihn auch nach Paris, wo er an einer Privatuniversität seine Kenntnisse perfektionierte. Gerne erinnert sich der heute 55-Jährige an sein Wirtschaftsstudium an der Dakar University und an das Diplom, das ihm 1988 verliehen wurde. Mit dem Abschluss in der Tasche konnte er endlich selbst Geld verdienen.

Er gründete seine eigene Wirtschaftsprüfungskanzlei und bekam 2011 seinen ersten Auftrag vom DAHW-Landesbüro. Die Arbeit verlief so erfolgreich, dass er ein Jahr später wieder tätig werden konnte. Es ging nun um Schulungen im Bereich Winpaccs, einer Projektbuchhaltungssoftware mit unterschiedlichen Modulen und Funktionen. Damit konnten alle Projektländer buchungstechnisch verknüpft werden. In einem Workshop schulte er die Mitarbeiter und war als Berater immer wieder gefragt.

Kurze Zeit später bot man Gueye einen festen Job im Landesbüro an. Einfach war die Entscheidung für ihn nicht. Bewusst wägte er ab, was er wollte: Die Selbständigkeit behalten? Als Angestellter arbeiten? "Ich fand Gefallen an meiner Tätigkeit bei der DAHW. Für mich war es eine tolle Herausforderung. Und obwohl es oftmals schwierig ist, alle Mitarbeiter 'mitzunehmen', gehe ich in dieser Arbeit auf", erzählt der dreifache Familienvater.

Dann wird er nachdenklich, denn er ist sich bewusst, dass er in einem sehr armen Land lebt. "Wir brauchen medizinische und wirtschaftliche Hilfe. Aber wir müssen diese Hilfe auch managen können", reflektiert er. "Es bringt nichts, sie nur anzunehmen, denn eines Tages müssen wir auch auf sie verzichten können, um auf eigenen Beinen zu stehen. Und genau das ist die große Herausforderung!"

Er möchte mit seiner Erfahrung und seinen Kenntnissen die DAHW und die Mitarbeiter voranbringen. "Ich sehe Leprapatienten und möchte helfen. Das ist für mich eine ganz neue Erfahrung, da ich früher mit Kranken nichts zu tun hatte."

Eine Fortbildung brachte ihn auch in die Zentrale der DAHW nach Würzburg. Und nach getaner Arbeit locken den Kunstliebhaber die Museen der Bischofsstadt. "Reisen und Kunst, das sind die zwei Dinge, denen ich mich in meiner Freizeit am liebsten widme."