Savio Martin Pereira

verrät uns bei seinem Besuch in der DAHW-Zentrale in Würzburg, warum er jeden Morgen so früh aufsteht.


Savio Martin Pereira 2016(Würzburg, 18. Januar 2016) „Ich besuche jeden Tag um halb sieben die Messe“, sagt der pakistanische Christ und lacht. „Ich genieße es, hier so einfach in die Kirche gehen zu können.“ Der Verwaltungsdirektor des Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC) in Karachi und Mitarbeiter von Dr. Ruth Pfau schätzt die Woche seiner Fortbildung in Würzburg. „Ich fühle mich hier sehr wohl, besonders auch im Umgang mit den Kolleginnen und Kollegen.“ Der studierte Elektroingenieur hat zusätzlich den Master of Business Administration gemacht, mit den Schwerpunkten Finanz- und Personalwesen. Seit 2010 arbeitet er im von der DAHW unterstützten MALC. „Das Krankenhaus hat einen sehr guten Ruf und gehört zu den ältesten Nichtregierungsorganisationen im Land“, sagt der dreifache Familienvater.

Der 42-Jährige gehört zu den fortschrittlich denkenden Menschen Pakistans. „Meine Frau geht arbeiten“, betont er, weil dies durchaus nicht normal ist in dem islamischen Land. Dann spricht er über seine Ängste, die ihn als moderaten katholischen Christen nie ganz loslassen. „In Pakistan sind wir Bürger zweiter Klasse, das ist nun mal so!“ Gerade deshalb gefällt ihm die Arbeit im MALC so gut. Bei den Kolleginnen und Kollegen fühlt er sich gut aufgehoben.

Und dann erinnert er sich an einen der bewegendsten Momente seines Arbeitslebens. „Nach der Flutkatastrophe in Pakistan 2010 konnten wir schnell und unbürokratisch helfen. Ein Mann brach bei unserem Besuch in Tränen aus und stammelte, dass wir die einzigen waren, die keine leeren Versprechen machten. Und dann hat er mir stolz sein kleines Häuschen gezeigt, dass wir gebaut hatten und in dem er mit seiner Familie jetzt lebt.“