Vom Glück, den Traumberuf gefunden zu haben

Sozialarbeiterin Grace Mwasuka in der DAHW-Zentrale. Foto: Sabine Ludwig / DAHW

Die DAHW-Mitarbeiterin Grace Mwasuka aus Tansania bei ihrem Besuch in der DAHW-Zentrale in Würzburg. Foto: Sabine Ludwig / DAHW

"Ich liebe meine Arbeit", strahlt Grace Mwasuka bei ihrem Besuch in der Zentrale der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg. Sie hat ihren Traumberuf gefunden.


(Würzburg, Mai 2015). Als Sozialarbeiterin ist Grace Mwasuka im DAHW-Landesbüro in Dar-es-Salam, Tansania tätig. "Ich kann mich verwirklichen und dabei den Menschen helfen, Tag für Tag aufs Neue", strahlt die Mutter zweier Kinder. Und sie erzählt von ihren Erlebnissen vor Ort, von den Menschen, die wegen ihrer Lepra-Erkrankung "nicht mehr dazu gehören" und die es doch so gerne wollen. Die, die sich wünschen, akzeptiert zu werden, nicht mehr und nicht weniger.

Es war ein berührender Moment für die 42-Jährige im Dorf Mkaselka im Süden des Landes, an der Grenze nach Mosambik. Für die Sozialarbeiterin waren es wie so oft sieben bis acht Stunden Fahrt über staubige Pisten, bis sie zu ihren Patienten gelangte. "Doch was mich dann erwartet, entschädigt mich für die Strapazen - immer wieder aufs Neue."

Denn auch diesmal traf sie in dem entlegenen Dorf auf Menschen, die früher aufgrund ihrer Behinderung benachteiligt wurden. Immer wieder - vom Staat, von den Mitmenschen, selbst von der Familie. "Wir halfen ihnen, ihre kaputten Häuser wieder aufzubauen, zeigten ihnen, wie sie selbst Ziegel und Bausteine herstellen können." Grace lächelt, als sie sich erinnert: "Und wenn ich sie heute besuche, weiß ich, dass wir zur richtigen Zeit am richtigen Ort waren!"

Doch Grace möchte noch viel mehr: "Gerade Leprapatienten verstecken sich von allen benachteiligten Bevölkerungsgruppen am meisten. Ich will gerade ihnen eine Stimme geben, sie hinsichtlich ihrer Rechte aufklären, sie selbstbewusster machen." Ihr Ziel sei, sie vollständig in die Gesellschaft integriert zu sehen – mit allen Rechten.

Nach ihrer Ausbildung im Institute of Social Work in Tansanias Hauptstadt bekam Grace eine Arbeitsstelle im Gesundheitsministerium. Die ersten Kontakte zur DAHW entstanden. "Mit der DAHW zusammenzuarbeiten, war für mich schon immer sehr interessant. Mir gefiel ihr Ansatz im Bereich der gemeindenahen Rehabilitierung und die Herangehensweise."

Umso glücklicher war Grace, nach vier Jahren Arbeit im Ministerium endlich ganz für die DAHW tätig sein zu können. Sie wurde vom tansanischen Staat für sechs Jahre "ausgeliehen". Sie gibt zu, letztendlich bei der DAHW bleiben zu wollen, auch wenn sie dafür ihren sicheren Job im öffentlichen Dienst aufgeben muss. "Denn hier kann ich direkt erleben, wie sich das Leben der Menschen positiv verändert. Ich bin dabei, arbeite mit und an den Menschen. Das macht mich sehr glücklich."

Doch nicht nur das: Grace möchte noch viel dazulernen. Deshalb widmet sie sich zurzeit ihrem Master-Studium in Sozialer Arbeit an der Open University of Tanzania. Sie hat sich auf die Verbesserung von Familienstrukturen und dem Wohlergehen von Kindern spezialisiert. Dafür nimmt sie auch die Doppelbelastung von Studium und Beruf in Kauf. Um auch weiterhin für die Menschen da sein zu können, qualifiziert und engagiert. Auch wenn ihre Hobbies – Gartenarbeit, Bücher und Kirchenarbeit – zurzeit viel zu kurz kommen!