Ahmed Mohammed - Äthiopien

DAHW-Repräsentant Ahmed Mohammed

Ato Ahmed bei einem Gespräch in Würzburg im Mai 2012. Foto: Becker / DAHW

"Es ist das Menschliche an meiner Arbeit, das mich bewegt und glücklich macht."


Der Repräsentant der DAHW, Ahmed Mohammed, setzt sich in einem der ärmsten Länder der Welt, seinem Heimatland Äthiopien, für Menschen mit Tuberkulose und Lepra ein. Gemeinsam mit der dortigen DAHW, der GLRA, unterstützt er das nationale Lepra- und Tuberkuloseprogramm: „Wir arbeiten eng zusammen, führen alle Planungen gemeinsam durch. Schwerpunkte liegen vor allem auf unserer Arbeit in den Krankenhäusern, also auf der Arbeit mit dem Gesundheitspersonal und seiner Ausbildung und auf sozioökonomischer Rehabilitation. Weiter beantragen wir von der Regierung Land, um darauf unsere Sozialunterkünfte für betroffene Patienten zu bauen. Ein weiterer Schwerpunkt ist der Aufbau von Kreditgenossenschaften im ganzen Land. Es geht um die Vergabe von Mikrokrediten an unsere Zielgruppe, um ihr Einkommen und ihre Selbständigkeit zu fördern.“

Kleines Marktgeschäft durch Mikrokredit sichert den LebensunterhaltDank eines Mikrokredite konnte sich diese ehemalige Lepra-Patientin ein kleiens Marktgeschäft aufbauen und verdient ihren Lebensunterhalt dadurch selbst. Foto: Weißenberger / DAHW

Gerade, wenn es um die Kreditvergabe geht, freut sich Ahmed Mohammed, der von vielen liebevoll Ato Ahmed ("Herr Ahmed") genannt wird, über die Erfolge seiner Arbeit: „Ich treffe Patienten, die dank eines Mikrokredites ein eigenes, kleines Geschäft aufziehen können und noch genug Geld haben, um ihre Kinder zur Schule zu schicken. Ich habe sie früher als Bettler wahrgenommen. Das nenne ich gelungen. Dank GLRA und ihrer Arbeit.“

Ein Leben in Würde für die Menschen in Äthiopien

Es sind, wie so oft, Einzelschicksale, die auch Ato Ahmed berühren und in seiner Arbeit bestätigen: „Einen Moment des Glücks hatte ich, als ich das Kind eines früheren Leprapatienten wieder traf. Er war nun erwachsen. Die GLRA kam damals für seine Schulbildung bis zum Bachelor-Abschluss auf. Und heute leitet er das GLRA-Projekt in Bisidimo. Das sind Momente, die Nachhaltigkeit aufzeigen und die mich sehr glücklich machen.“ Wie in vielen Ländern, so ist auch in Äthiopien die Stigmatisierung nach wie vor ein großes Problem: „Ein weiteres prägendes Erlebnis war für mich, als ich mitbekommen hatte, dass Lepra-Patienten wegen ihrer Stigmatisierung nur auf dem Friedhof wohnen konnten. Sie hatten sich dort eingerichtet und schliefen auf Gräbern. Sie suchten bei Gefahr die Nähe der Kirche, für sie war somit der Friedhof der einzige reale Zufluchtsort. Auch diese Menschen konnten wir in Sozialwohnungen unterbringen und ihnen ein Stück weit ihre Würde zurückgeben.“

DAHW-Repräsentant Ahmed Mohammed in Äthiopien

Ato Ahmed vor dem DAHW-Gebäude in Addis Abeba in Äthiopien. Foto: Weißenberger / DAHW

Armut macht krank

Ein großes Anliegen sind Ato Ahmed die Versorgung und Betreuung älterer Menschen. „Es ist bei uns wie überall in Afrika. Der Trend wächst, dass junge Leute in die Städte gehen und die alten Menschen unversorgt zurücklassen. Für alte Menschen, die keine Kinder oder Familie haben, ist die Situation besonders schlimm.“ Immer wieder ist es die große Armut und die daraus entstehende Ungerechtigkeit, die auch Ato Ahmed nicht unberührt lassen. „Die Menschen in Arsi und den anderen armen Regionen Äthiopiens sind nicht selbst schuld an ihrer Armut. Doch Armut macht krank und Krankheit macht noch ärmer. Deshalb bitte ich Sie um Unterstützung!


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