Dr. Yasin Al-Qubati - Jemen

Dr. Yasin Al-Qubati

Dr. Yasin Al-Qubati. Foto: Mathiasch / DAHW

"Menschen sind Menschen, egal wo sie leben."


Dr. Yasin Al-Qubati ist DAHW-Repräsentant und medizinischer Leiter im Jemen. DAHW-Mitbegründer Hermann Kober war es, der 1984 den jemenitischen Arzt Dr. Al-Qubati für die Arbeit mit Lepra-Patienten begeistern konnte. Seit dem Jahr 2000 arbeitet der Hautarzt nun als Repräsentant der DAHW, der GLRA (German Leprosy and Tuberculosis Relief Association), im Jemen. Wie in den meisten Ländern spielt das Case finding eine wichtige Rolle in Dr. Al-Qubatis Alltag: „Das Wichtigste an unserer Arbeit ist, neue Lepra-Fälle zu finden, Patienten zu behandeln und ihre Therapie zu überwachen. Man kann sagen, dass es pro 100.000 Menschen 1,5 neue Fälle gibt. Ein weiteres Ziel unserer Arbeit ist, gegen die vorherrschende Stigmatisierung anzugehen und die Leute zu einer Behandlung zu motivieren.“

„Um Lepra eindämmen zu können, muss die Korruption unter Kontrolle gebracht werden.“

Besuch und Behandlung einer Leprakranken im Jemen

Das Team um Dr. Al-Qubati fährt regelmäßig auch in ländliche Gebiete, um die von Lepra betroffenen Menschen vor Ort zu betreuen. Foto: DAHW

Die Verbreitung der Lepra im Jemen führt Dr. Al-Qubati auch auf die Korruption im Land zurück: „So stehen immer weniger finanzielle Mittel für den Gesundheitssektor zur Verfügung. In der Tat, Korruption muss zuerst unter Kontrolle gebracht werden, um Lepra effektiv eindämmen zu können.“ Umso wichtiger ist die finanzielle Unterstützung durch die DAHW. So werden für das Case finding und die Besuche in den Projekten beispielsweise Reisekosten finanziert oder geländefähiger Fahrzeuge angeschafft. Die DAHW ermöglicht zudem die Durchführung von so genannten Skin Desease Surveys: „das heißt, wir führen Hautchecks bei der Bevölkerung durch. Weiterhin machen wir Bildungsveranstaltungen und Seminare über Lepra- und TB-Erkrankungen. Dazu kommen Broschüren und Poster, die der Aufklärung dienen und die wir im ganzen Land verteilen, vor allem an den Lepra-Brennpunkten.“ , beschreibt Dr. Al-Qubati die so wichtige Arbeit vor Ort, die auch Sie mit einer Spende konkret unterstützen können.

Immer wiederkehrendes Problem: die Stigmatisierung

Aufklärungsarbeit im Jemen

Die Aufklärungsarbeit ist nach wie vor notwendig, um Ausgrenzung und Stigmatisierung entgegen zu wirken. Foto: DAHW

Gerade die Stigmatisierung ist es, die Dr. Al-Qubati immer wieder gleichermaßen berührt wie erschreckt: „Jedes Mal freut es mich, wenn ein neu entdeckter Lepra-Patient in seiner Familie bleiben darf und nicht verstoßen wird. Auf der anderen Seite hat mich die Aggressivität einiger Lepra-Patienten sehr berührt. Auslöser ist das Stigma, dem sie ausgesetzt sind. Diese Aggression geht von den Eltern oft auch auf die Kinder über. Im schlimmsten Fall wollen sie immer wieder Geld für diese scheinbare Ungerechtigkeit. Es kommt sogar vor, dass Beziehungen beendet werden und der Partner verlassen wird, wenn eine Lepra-Erkrankung auftritt. Dann versuchen wir durch Gespräche, die Familien wieder zusammen zu bringen. Wir vermitteln ihnen, dass Lepra nicht ansteckend ist, wenn sie rechtzeitig behandelt wird.“ Neben der medizinischen Hilfe macht so auch der humanitäre Aspekt einen entscheidenden Teil von Dr. Al-Qubatis bewundernswerter Arbeit aus.

„Meine Arbeit gibt mir immer wieder die Chance, mit vielen Menschen in Kontakt zu treten. Mein Eindruck von den Deutschen hat sich seit meiner Arbeit für die GLRA zum Positiven hin verändert. Ich habe erkannt, dass sich die Deutschen um andere kümmern. Die Arbeit für die GLRA bringt mir den humanitären Aspekt nahe. Menschen sind Menschen, egal wo sie leben.“


Neuigkeiten:

  • DAHW-Büro im Jemen beschossen
    Das Büro der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in der jemenitischen Stadt Taizz ist zwischen die Fronten des Bürgerkriegs geraten.
  • Feiger Mordanschlag auf Lepra-Arzt
    DAHW-Mitarbeiter Dr. Al-Qubati jetzt außer Lebensgefahr
  • Attentatsopfer aus Jemen ausgeflogen
    DAHW-Arzt Al-Qubati wird in Deutschland weiter behandelt
  • Raketen auf Krankenhaus-Neubau
    Der Krieg in Jemen erschwert die Hilfe von DAHW und AHWÖ. Ein noch in Bau befindliches Krankenhaus in Taiz wurde bei einem Luftangriff beschädigt. Zwei Raketen haben den Neubau getroffen und das oberste Stockwerk zerstört. Das Krankenhaus sollte im kommen
  • Entführte Ärzte in Jemen sind wieder frei
    DAHW dankt allen Beteiligten für humanitäre Lösung. Der Repräsentant der DAHW Deutsche Lepra und Tuberkulosehilfe in Jemen Dr. Yasin Al-Qubati und sein Kollege Dr. Abdul-Rahim Al-Samie (Leiter des Lepra-Nationalprogramms) sind wieder auf freiem Fuß.