Bau eines Kindergartens in Tansania

Das Dorf Nyabange braucht einen eigenen Kindergarten

Der Bau eines Kindergartens in einem Dorf im Norden Tansanias soll etwa 150 Kindern unter sieben Jahren die notwendige vorschulische Bildung und damit die Einschulung in eine Grundschule ermöglichen.


(April 2013) Der Besuch eines Kindergartens ist in Tansania Voraussetzung für die Einschulung in eine Grundschule. Da die Regierung zu wenig Mittel zur Verfügung stellt, können nicht so viele Vorschulen gebaut werden wie nötig wären. Dies führt dazu, dass viele Kinder gerade in ländlichen Gebieten weite Wege zur nächsten Vorschule auf sich nehmen müssen. Für die Kinder in Nyabange, einem Dorf im Distrikt Butiama im Norden Tansanias, würde das zum Beispiel bedeuten, dass sie jeden Tag einen drei Kilometer langen Schulweg vor sich hätten. Dabei müssten sie auch noch den Fluss Mara überqueren, der aufgrund seiner Größe und der in ihm lebenden Krokodile ein gefährliches Hindernis ist. Für die drei- bis sechsjährigen Kinder ist dies allein zu gefährlich. Deshalb beschloss die Dorfgemeinschaft, eine eigene Vorschulklasse einzurichten. Da das Geld knapp ist, muss der Unterricht momentan im Freien stattfinden.

Kinder im Dorf Nyabange in TansaniaLernen vor Ort

Das soll nun anders werden: Mit eigenen Mitteln der Dorfgemeinschaft und der Hilfe der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe e.V. soll in den nächsten Jahren ein Vorschulkindergarten mit zwei Klassenräumen direkt im Dorf errichtet werden. Ein Spielplatz, Toiletten, ein Lehrerzimmer und eine Küche sind außerdem in den Bauplänen vorgesehen. Die kleinen Schüler können so direkt vor Ort lernen.

Karte TansaniaDie DAHW und CBR in Nyabange

Nyabange ist ein Dorf mit rund 4.000 Bewohnern. 100 von ihnen sind von Lepra betroffen. Um ihnen die Teilhabe an der Gesellschaft zu erleichtern, unterstützt die DAHW seit längerem die Rehabilitation innerhalb der Gemeinde (Community Based Rehabilitation, CBR) im Dorf. Die Vergabe von Mikro-Krediten verhilft den Bewohnern zur Teilhabe an den wirtschaftlichen Aktivitäten des Dorfes. Die Errichtung des Kindergartens ist ein weiterer Baustein bei der Integration der von Lepra betroffenen Familien in die Gesellschaft. Denn für den Bau ziehen alle Dorfbewohner an einem Strang, und im neuen Kindergarten werden alle Kinder gemeinsam lernen – ob von Lepra betroffen oder nicht.