Buruli Ulcer in Togo

Kind mit Narbe von Buruli-Infektion

Viele Buruli Ulcer Patienten sind Kinder. Foto: Röhm / DAHW

Buruli Ulcer wird oft als "kleine Schwester" der Lepra bezeichnet. Wie bei Lepra ist der Erreger ein Mykobakterium, jedoch findet bei Buruli vermutlich keine Ansteckung von Mensch zu Mensch statt.


Vermutlich heißt: Wirklich sicher ist das nicht, denn Buruli Ulcer ist eine Krankheit, die noch weniger erforscht ist als Lepra, obwohl dies kaum vorstellbar erscheint. Rund zwei Drittel aller Patienten sind Kinder. Auch hier ist die Ursache völlig unerforscht.

Wie bei Lepra vermehren sich die Bakterien langsam und direkt unter der Haut, häufi g an den Gliedmaßen oder im Gesicht. Aus einer knotigen Hautschwellung entwickelt sich ein Geschwür, das sich ohne rechtzeitige Behandlung ausdehnt.


So können Sie helfen:

Mit Ihrer Spende unterstützen Sie die Gesundheitsversorgung für Buruli-Patienten


Als Folge entstehen Vernarbungen, die bei Gelenken dazu führen, dass diese nicht mehr oder nur unter Schmerzen bewegt werden können. Da das Geschwür schmerzlos ist, wird oft zu spät medizinische Hilfe gesucht. Im schlimmsten Fall kommt es so zum Verlust von Gliedmaßen. Außerdem ist die Krankheit nicht einfach zu diagnostizieren und setzt gut geschultes Personal und spezielle Laboruntersuchungen voraus.

Karte TogoVerbreitet ist die Erkrankung in vielen Ländern West-, Zentral- und Ostafrikas, sie kommt aber auch in Südasien, Lateinamerika und Australien vor. Die Übertragungsmechanismen sind nicht völlig geklärt. Möglich scheint die Übertragung durch bestimmte Mückenarten, da häufig die ländliche Bevölkerung in der Nähe von Gewässern oder Sumpfland betroffen ist.

Seit 1966 unterstützt die DAHW das Lepra- und TB-Kontrollprogramm in Togo und hat das Buruli-Programm mitbegründet. Die mobilen Gesundheitshelfer sind bei allen drei Krankheiten wichtige Eckpfeiler in dem Land, in dem es kaum Ärzte oder Kliniken gibt.

Der damalige Bundesaußenminister Steinmeier hat 2008 das neu gebaute Behandlungszentrum in Tsévié eröffnet. Von dort wird die Arbeit landesweit koordiniert, und dort werden die Patienten behandelt. Seit 2011 gibt es in der Hauptstadt Lomé ein Labor zur schnellen und sicheren Diagnose von Buruli Ulcer.

Ohne Unterstützung durch die DAHW und ihrer Partner hätte Togo dies nicht aufbauen können. Das Land gehört zu den ärmsten der Welt und belegt im Endwicklungsindex HDI (Human Development Index) den 139. Platz (von 169). 40 % der Einwohner haben kein sauberes Trinkwasser und 88 % keine Entsorgung von Abwasser. Ein Arzt muss sich um ca. 30.000 Menschen kümmern (in Deutschland 300), als Folge stirbt jedes zehnte Kind vor seinem 5. Geburtstag.


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Die Fondation Follereau Luxembourg (FFL) hat die DAHW bei ihren Hilfsmaßnahmen für die Opfer von Armutskrankheiten in Togo seit dem Jahre 2000 mit 750.000 Euro unterstützt. (Stand 2013)

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