DAHW in Sierra Leone

Landkarte von Sierra Leone

Lepra- und TB-Arbeit auch in Zeiten des Chaos


Sierra Leone ist eines der drei ärmsten Länder der Welt. Bis heute gibt es außerhalb der großen Städte keine Stromversorgung und fast jeder zweite Einwohner hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. 61,9% der Einwohner sind Analphabeten. Die Lebenserwartung liegt bei 47 Jahren.
27,9% der Kinder sterben schon vor ihrem 5. Geburtstag. Das arme Land kann lediglich 6 Euro pro Einwohner und Jahr für die Gesundheitsversorgung aufbringen.

Elf lange Jahre, von 1991 - 2002, dauerte der grausame Bürgerkrieg. Bewaffnete Rebellen stritten um Macht, Geld und besonders um Diamanten – die berüchtigten „Blutdiamanten“. Die Menschen wurden ständig Opfer von brutalen Überfällen.

Fast ein Drittel des Landes war von der Außenwelt abgeschnitten – besonders der Osten mit den Diamantenfeldern und die Region zwischen den Städten Bo und Makeni. Dort verlief die „Diamond Road“ (Diamantenstraße) von den Minen zu einem kleinen Flugplatz, auf dem dubiose Händler die kostbaren Steine gegen Waffen eingetauscht haben.

Auch in den restlichen Teilen des Landes war die Arbeit gefährlich und schwierig. Aber die DAHW-Mitarbeiter blieben. Sie versorgten die Lepra- und Tuberkulose-Kranken so weit es nur ging. Doch einige Regionen waren während des Krieges nicht erreichbar und die Zahl der Neuerkrankungen stieg.

Das Nationale Lepra- und TB-Kontrollprogramm läuft seit dieser Zeit maßgeblich über das DAHW-Büro in Freetown. Allein im vergangenen Jahr konnten Dank der DAHW-Spender 446 Lepra-Kranke und 11.021 Tuberkulose-Kranke in Sierra Leone eine medizinische Behandlung erhalten. Außerdem bekamen 1.566 ehemalige Lepra-Patienten Unterstützung, um künftig selbst für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Familien sorgen zu können.

 

Peter Bergdoll DAHW-Projektreferent über Sierra Leone