DAHW-Schwerpunktland Kolumbien

Anfertigung einer Prothese

Fachwissen und handwerkliches Geschick sind Voraussetzungen für die Herstellung einer guten Prothese. Foto: Florian Kopp / DAHW

Mit fast 47 Millionen Einwohnern ist Kolumbien nach Brasilien der bevölkerungsreichste Staat Südamerikas und hat auf Grund seiner Geschichte eine sehr diversifizierte Bevölkerungsstruktur. 74 % der Gesamtbevölkerung leben in den Ballungsgebieten und Städten.


Kolumbien ist eigentlich ein reiches Land. Nur ist der finanzielle Reichtum leider auf wenige Menschen beschränkt, die sich gegenüber der großen Mehrheit mit Waffengewalt abschirmen.

So kommt es, dass die meisten Menschen in Armut leben, mehr als 40 % arbeiten als Tagelöhner, 21 % sogar für weniger als einen US-Dollar pro Tag. Wer an Lepra erkrankt ist, wird oft ausgestoßen, selbst die Kinder von Erkrankten werden aus der Schule ausgeschlossen. Einfache Hütten an den Rändern der Städte sind die Zufluchtsorte für diese Menschen.

Die DAHW arbeitet seit 1960 in Kolumbien, ab 1966 landesweit mit dem Lepra- und TB-Kontrollprogramm. Die Unterstützung erfolgt im ganzen Land durch Bereitstellung von Schutzmaterialien wie Kopfbedeckungen, Handschuhe zum Kochen, Vaseline und Öl zur Vorbeugung von Hautschäden, Augentropfen, orthopädischem Schuhmaterial und Spezialsohlen.

Bei bereits bestehenden Behinderungen erhalten die Patienten Physiotherapie, Prothesen, Gehhilfen und Rollstühle sowie wiederherstellende chirurgische Maßnahmen.