Das Tuberkulose-Nationalprogramm in Nigeria

Tuberkulose-Patientin in Abakaliki - Nigeria

Seit seine Frau Patientin in Abakaliki ist, einem von der DAHW unterstützen Krankenhaus, hat dieser Mann Hoffnung, dass sie wieder gesund wird. Foto: DAHW

Mit fast 170 Millionen Einwohnern ist Nigeria das bevölkerungsreichste Land Afrikas. Über 90.000 Menschen erkrankten 2012 neu an Tuberkulose, etwa 6.000 Patienten sind gestorben. Fast alle Erkrankten gehören zu den Ärmsten, wohnen in den Slums der großen Städte oder in Dörfern ohne Infrastruktur und ausreichende Versorgung.


Durch das vom Gesundheitsministerium verantwortete TB-Nationalprogramm will der Staat dieser tückischen Krankheit Einhalt gebieten. Seit der Entstehung des Programms 1988 gehört die DAHW als verlässliche Partnerorganisation dazu. Ausgewiesene Experten erarbeiten im Gesundheitsministerium eine Strategie zur Bekämpfung der Tuberkulose. Sie erstellen eine Jahresplanung und legen die Ziele fest. Das wichtigste Ziel ist die Reduzierung der Neuerkrankungen. TB-Patienten müssen schnell gefunden werden und die richtige und umfassende Behandlung erhalten. Nur so können weitere Ansteckungen und die Verbreitung der TB verhindert werden. Deshalb werden medizinische Behandlungsrichtlinien und Maßnahmen defi niert und in allen 36 Bundesstaaten umgesetzt.

Viele der Patienten werden über die Gesundheitsstationen in den Distrikten gefunden. Im Rahmen des TB-Nationalprogrammes wird das Personal besonders für die Symptome von TB sensibilisiert: „Unsere Mitarbeiter bilden die Leute vor Ort aus“ berichtet der DAHW-Repräsentant Gerhard Oehler über die Zusammenarbeit mit den lokalen Kollegen. Sputumtests in den Labors ermöglichen eine genaue Diagnose und stellen die Weichen für die Therapie.

Einer der wichtigsten Aspekte im Kampf gegen die Ausbreitung der TB und der noch weit gefährlicheren MDR-TB ist die korrekt durchgeführte Behandlung bis zur völligen Genesung. Die Medikamente müssen unbedingt regelmäßig und über einen Zeitraum von mindestens sechs Monaten eingenommen werden. Das Nationalprogramm sorgt dafür, dass Medikamente kostenlos verteilt werden und vor Ort zur Verfügung stehen. Auch dabei unterstützt die DAHW und übernimmt einen Teil der Kosten für Autos und Transport.

TB- und Lepra-Nationalprogramme gibt es in vielen Ländern. Durch die Mitarbeit an diesen Programmen trägt die DAHW wesentlich dazu bei, vielen Patienten Hilfe zu bringen und der Verbreitung der Tuberkulose nachhaltig entgegen zu wirken.


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