Das Tuberkulose-Projekt von Aid To Leprosy Patients

Junger Tuberkulose-Patient in Rawalpindi - Pakistan

Gemeinsam mit dem Partner Aid To Leprosy Patients (ALP) hat die DAHW in Pakistan am Rawalpindi Leprosy Hospital (RLH) ein staatlich anerkanntes Tuberkuloseprojekt aufgebaut. Heute ist das RLH auch ein Behandlungszentrum für multi-resistente TB (MDR-TB). Jährlich werden 2.000 Menschen untersucht, bei ca. 500 Patienten lautet die Diagnose TB. Die weltweit anerkannte TB-Expertin Dr. Chris Schmotzer berichtet aus ihrem Alltag.


Von den 97 Betten am RLH sind mehr als zwei Drittel mit TB-Kranken belegt. Eigentlich ist die normale TB leicht zu behandeln, aber die Realität sieht oft anders aus. Oft sind die Kranken so stark geschwächt, dass sie zusätzliche Pflege brauchen. Wie können Familien in den Slums einen TB-Patienten betreuen, bei dem die Krankheit neben der Lunge auch die Wirbelsäule oder den Bauchraum befallen hat? Viele solcher Patienten kommen ins RLH – ihren „Platz der letzten Hoffnung“.

Ali Husnain ist unser jüngster Patient mit MDR-TB, er war erst 9 Jahre alt, als er zu uns kam. Die lange Behandlungsdauer von 24 Monaten, die täglichen Spritzen und die Nebenwirkungen der Medikamente haben ihm schwer zugesetzt, aber er hatte eine tatkräftige, ermutigende Mutter, die treu zu ihm stand. Langsam erholte er sich, nahm an Gewicht zu und konnte nachmittags Nachhilfestunden nehmen, damit er nicht ein Schuljahr verliert.

Rubab und Ali bei der Gymnastik

Rubab und Ali bei der Gymnastik. Foto: DAHW

 Er war ein ganz tapferer kleiner Kerl! Als er nicht mehr ansteckend war, kam die 5-jährige Rubab in sein Zimmer, sie kam viel zu spät mit einer ausgedehnten TB-Infektion der Wirbelsäule. Rubab brauchte nicht nur Antibiotika, sie brauchte auch intensive Krankengymnastik, um weitere Schäden der Wirbelsäule zu vermeiden. Ali Husnain wurde ein guter 'Krankengymnastik-Assistent' der zuverlässig mit Rubab übte. Mittlerweile sind beide Kinder in ambulanter Behandlung, es geht ihnen gut und ihr Leben hat Zukunft.

Dr. Chris Schmotzer bei einem Besuch in Würzburg 2012

Dr. Chris Schmotzer. Foto: DAHW

Auf viele andere Kinder trifft das noch nicht zu. Um die Situation nachhaltig zu verbessern, sind frühe Kontaktuntersuchungen auf TB und eine gute Aufklärungsarbeit nötig. Jede Person, die wir heilen können, ist ein Hoffnungszeichen. Es ist herzerwärmend zu sehen, wenn Ex-Patienten strahlend Verwandte und Nachbarn zur Untersuchung bringen: Hier ist jemand, der hat die gleichen Beschwerden wie ich, ihr könnt doch was machen ... Wir freuen uns, wenn wir dann helfen können.


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