Die DAHW in Äthiopien

In Äthiopien begann im Jahr 1958 die Arbeit der Deutschen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) mit dem Bau des großen Leprakrankenhauses und -zentrums in Bisidimo.


Heute unterstützt die DAHW in Äthiopien 29 Projekte.



Zwei ehemalige Leprakranke in Bisidimo. Foto: Ursula Meissner 

Zu den wichtigsten gehört das Nationale Lepra- und Tuberkulose-Kontrollprogramm, das in enger Zusammenarbeit mit dem staatlichen Gesundheitsdienst durchgeführt wird. Die DAHW unterstützt dabei vor allem die ambulante Lepra- und TB-Kontrolle in elf Regionen, die Ausbildung und die Supervision der Mitarbeiter des Gesundheitsdienstes.

Ein Programm zur Verhinderung von Behinderungen infolge von Lepra, zu dem mehrere Werkstätten zur Herstellung schützenden Schuhwerks gehören, ergänzt die Leprakontrollarbeit.

Des weiteren unterstützt die DAHW das renommierte All Africa Rehabilitation and Training Centre  (ALERT) in Addis Abeba, das Aus- und Weiterbildung in der Lepra- und TB-Behandlung anbietet. Sieben Hospitäler, die als Referenzzentren für das Lepra-TB-Kontrollprogramm dienen, werden ebenfalls gefördert. Das bedeutendste Projekt unter den Hospitälern ist das große Zentrum Bisidimo. 

Neben der medizinischen wird auch die Sozialarbeit für Leprakranke in Äthiopien von der DAHW unterstützt. So gibt es Programme zur Wiedereingliederung von ausgestoßenen Leprakranken und ihren Angehörigen in die Gesellschaft. Besonders erwähnenswert ist dabei der der DAHW-Projektpartner ENAELP, eine äthiopische Leprapatienten-Organisation mit 15.000 Mitgliedern.

Zur Betreuung dieser Projekte unterhält die DAHW in Addis Abeba ein eigenes Koordinations- und Repräsentanten-Büro mit einem Repräsentanten, Ahmed Mohammed, einem medizinischen Berater,
Dr. Fekadeselassie, sowie einem technischen Leiter, Carlo Schwarzkopf und einem Sozialarbeiter, Ato Motbeinor.

Die Zahl der jährlich neu an Lepra erkrankten Patienten ist in Äthiopien weiterhin relativ stabil, es sind 5.000 neue Fälle pro Jahr. Die Zahl der TB-Patienten liegt weit höher: im Jahr 2003 bei über 111.000 Patienten.

Die DAHW hat für Äthiopien von 1958 bis 2003 insgesamt 56 Millionen Euro bereitstellen können, darin enthalten auch ein Betrag von 2,2 Millionen Euro vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) für vier Projekte.

Für das Jahr 2004 ist eine Zuwendung von EURO 1,4 Millionen Euro durch die DAHW vorgesehen.