Die Tuberkulose-Arbeit der DAHW

Untersuchung eines Tuberkulose-Patienten

Regelmäßige Untersuchungen sind absolut notwendig. Foto: DAHW

Nach den Erfolgen in ihrer Lepraarbeit setzt sich die DAHW seit 1990 auch für Tuberkulosepatienten weltweit ein. Seit 2003 nennt sich das ehemalige "Deutsche Aussätzigen-Hilfswerk" DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, um diesem Engagement auch in seinem Namen Ausdruck zu verleihen.


Heute finanziert das Hilfswerk insgesamt 189 Hilfsprojekte in 21 Ländern mit über 13 Millionen Euro. Darunter sind große Krankenhäuser, oftmals Ausbildungs- und Referenzhospitäler, nationale Kontrollprogramme zur Bekämpfung von Lepra und Tuberkulose oder auch einzelne, fachlich hoch qualifizierte Mitarbeiter zur Aus- und Weiterbildung von Gesundheitspersonal.

2012 starben mehr als 1,2 Millionen Menschen an Tuberkulose, die WHO geht von etwa 8.6 Millionen Neuerkrankungen aus. Bei 450.000 Menschen lautete die Diagnose „MDR-TB“. MDR-TB entsteht vor allem dann wenn eine TBBehandlung zu früh abgebrochen wird und die Erreger Resistenzen gegen wichtige Standardmedikamente entwickeln (multi-drug-resistant TB). Die für MDR-TB notwendigen Medikamente verursachen Kosten bis zum Hundertfachen der Standard-Therapie.

Tuberkulose ist eine Krankheit der Armut, und viele Patienten sind Analphabeten. Sie arbeiten zumeist als Tagelöhner, mit herkömmlichen Methoden können sie kaum erreicht werden. Daher müssen die standardisierten Methoden von Diagnose und Therapie oft den Lebensumständen angepasst werden. Oft ermöglicht erst der Einsatz der Gesundheitshelfer vor Ort gerade diesen Menschen den Zugang zu den Einrichtungen der Kontrollprogramme. Und nur so können sie effektiv gegen TB behandelt werden.

Plakat einer DOT-Station

In den DOT- Stationen werden Medikamente ausgegeben. Foto: DAHW

Die Patienten müssen nicht für Behandlung und Medikamente bezahlen. Durch DOT (directly observed treatment / direkte Beobachtung der Medikamenteneinnahme) – einer erfolgreichen und kosteneffektiven Strategie zur Behandlung von TB und zur Vermeidung von MDR-TB – wird sichergestellt, dass richtig und bis zur völligen Genesung behandelt wird. Es wird überwacht, dass die Patienten ihre Medikamente in der richtigen Dosierung, zum richtigen Zeitpunkt und über die gesamte Behandlung hinweg kontinuierlich einnehmen.

Auch in ihrer Tuberkulosearbeit steht die DAHW für nachhaltige Entwicklungszusammenarbeit und Kontinuität. Selbst während langwieriger Kriege wie zum Beispiel in Pakistan oder Südsudan fanden die Patienten stets Hilfe in den Projekten der DAHW.


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