Ein neues Projekt entsteht nicht am Reißbrett

Die Menschen in Tsevié/Togo feiern die Einweihung des neuen Buruli-Hospitals der DAHW

So prüft die DAHW


295 Hilfsprojekte hat die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) im Jahr 2007 gefördert, und alle haben sie eine wichtige Prüfung durchlaufen: Die DAHW prüft genau, ob sie ein Hilfsprojekt fördern kann. Dafür sind wichtige Bedingungen zu erfüllen:

  • Liegt Bedarf vor, ist das Projekt notwendig, füllt es eine Lücke in der Versorgung und kümmert es sich um besonders Benachteiligte?
  • Kann die DAHW in diesem konkreten Fall helfen und gibt es keine Doppelungen mit der Hilfe anderer Organisationen?
  • Sind Antragsteller und Projekt vertrauenswürdig und ist die nötige Expertise vorhanden?
  • Sind finanzielle und personelle Ressourcen bei der DAHW und beim Partner verfügbar?

Theoretisch könnte man schnell alle Fragen mit "ja“ oder "nein“ beantworten, doch in der Praxis ergeben sich aus der Prüfung viele weitere Fragen. Eine der wichtigsten ist auf jeden Fall die nach dem Antragsteller: Eine Person oder Institution, die für ein wichtiges und notwendiges Projekt Förderung durch die DAHW beantragt, muss erfahren, legal registriert und absolut vertrauenswürdig sein. Hier recherchieren die DAHW-Mitarbeiter im Umfeld der Antragsteller und auch bei anderen Hilfsorganisationen.

Ob die DAHW überhaupt der richtige Partner für ein Projekt ist, ergibt sich schon aus den Schwerpunkten, die laut Satzung vorliegen müssen: Im medizinischen Bereich sind dies Lepra, Tuberkulose, vernachlässigte Krankheiten oder Krankheiten, die oft in Verbindung mit diesen auftreten. Im sozialen Bereich dreht es sich um sozio-ökonomische und gemeinwesennahe Rehabilitation, Aufklärung und Information sowie Kampf gegen Diskriminierung aufgrund der genannten Krankheiten, oder ein Forschungsprojekt aus einem dieser Bereiche.

Jede Prüfung erfolgt nach individuellen, speziell auf die jeweiligen Regionen und Problemstellungen zugeschnittenen Kriterien. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DAHW bringen dabei – als Mediziner oder Projektreferenten – ihre eigenen, zumeist umfangreichen Erfahrungen in der Entwicklungszusammenarbeit ein.

Erst wenn ein Projektantrag die Anforderungen erfüllt, geht es daran zu entscheiden, in welcher Höhe die DAHW fördert. Auch hier spielt die Erfahrung des DAHW-Teams eine große Rolle, denn bei den Kosten für Personal, Fahrzeuge oder Ausbildung gibt es sehr große Unterschiede selbst innerhalb der einzelnen Länder.

Schließlich wartet die letzte Hürde vor einer Zusage: Werden genügend Spenden eingehen, damit dieses neue Projekt zusätzlich gefördert werden kann oder muss die DAHW sogar auf ein anderes Projekt verzichten? Diese Entscheidung trifft der Vorstand nach intensiven Beratungen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der zuständigen Abteilungen.


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