Hilfe für Lepra-Opfer

Tansania - Peramiho: Die DAHW unterstützt im St. Francis-Hospital Peramiho in Tansania die soziale und medizinische Betreuung von Behinderten und Ausgestoßenen

Die DAHW unterstützt im St. Josephs-Hospital Peramiho in Tansania die soziale und medizinische Betreuung von Behinderten und Ausgestoßenen. 


Lepra –  diese alte Geißel der Menschheit ist als Armutskrankheit in der "Dritten Welt“ für Millionen von Menschen noch immer eine Bedrohung. Werden Leprakranke nicht behandelt, steht ihnen ein schreckliches Schicksal bevor: Die Opfer müssen oft ohne Hände und Füße leben und haben ihr menschliches Antlitz verloren.

Weltweit gibt es Millionen Lepra-Opfer: Viele sind nicht nur behindert, sondern auch aus der Gesellschaft ausgestoßen. Auch wenn aus ehemaligen Leprakolonien mittlerweile fast überall auf der Welt gleichberechtigte Gemeinden geworden sind und kein Kranker mehr dorthin zwangsumgesiedelt wird:  Es kommt immer noch allzu oft vor, dass Kranke und ihre Familien benachteiligt werden.

Besonders schlimm sind für die Betroffenen auch die wirtschaftlichen Probleme, die mit ihren Behinderungen verbunden sind: Lepra-Opfer können oft nicht mehr für sich selbst oder ihre Familien sorgen. Ein Teufelskreis aus Armut und Krankheit ist dann entstanden.

Nicht anders ist es in Tansania, wo jährlich immer noch tausende Menschen an Lepra erkranken. Die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) unterstützt deswegen in dem zentralafrikanischen Land unter anderem das in der Ruvuma-Region gelegene St. Josephs-Hospital Peramiho – ein Krankenhaus des Benediktiner-Ordens. Dort erfahren rund 200 überwiegend ältere, meist schwer behinderten Lepra-Opfer eine umfassende soziale und medizinische Hilfe.

Immer wieder treten bei den Patienten Geschwüre und offene Wunden auf, die eine Behandlungen und oft auch Operationen notwendig machen – selbst dann, wenn die Lepra-Bakterien längst abgetötet sind.

Eine von Lepra gezeichnete Familie. Foto: DAHW / Rolf Bauerdick

Eine von Lepra gezeichnete Familie. Foto: DAHW / Rolf Bauerdick

Die DAHW unterstützt die medizinische Hilfe im Jahr 2006 mit 13.722 Euro. Die Kosten für die eigentliche Leprabehandlung werden vom Staat übernommen. Nicht aber die Verpflegungskosten. Die DAHW übernimmt 50 Prozent dieser Kosten.

Neben der medizinischen Versorgung finden die Lepra-Opfer in Peramiho auch eine soziale Hilfe: Schwester Fromunda kümmert sich mit ihrem Team um die rund 200 Leprapatienten, die in der Nähe des Hospitals wohnen. Sie ist mit 83 Jahren noch immer sehr engagiert in ihrer Arbeit mit den benachteiligten Menschen. Schwester Fromunda leistet eine Hilfe, zu der für sie wie selbstverständlich auch die menschliche Nähe und Zusprache gehört.

Zur Unterstützung für die Lepra-Opfer zählt die Bereitstellung von akzeptablem Wohnraum (damit zum Beispiel Ratten nicht die gefühllosen Gliedmaßen anfressen); die Versorgung mit teilweise vorbereitetem Essen oder Rohware, besonders Maismehl, Bohnen und Gemüse; die Versorgung mit Kleidung und speziellem Schuhwerk.

Die DAHW fördert die Landwirtschaft zur Verpflegung der Bedürftigen. Lepra-Opfer, die körperlich in der Lage sind, auf den Feldern zu arbeiten, wird unter anderem Saatgut bereitgestellt.

Kinder erfahren in Peramiho Obhut und Geborgenheit. Foto: DAHW / Rolf Bauerdick

Kinder erfahren in Peramiho Obhut und Geborgenheit. Foto: DAHW / Rolf Bauerdick

Zu dem DAHW-Projekt zählt ferner ein Waisenhaus mit Kindergarten mit etwa 110 Mädchen und Jungen. Viele sind Kinder oder Enkel von Lepra-Opfern. Seit einigen Jahren nimmt  die Zahl der Aidswaisen und HIV-infizierten Kinder mehr und mehr zu. Die Mädchen und Jungen erhalten einfache Schuluniformen und ausreichende und ausgewogene Nahrung.

Außerdem unterstützt die DAHW eine Grundschule für alle Kinder in der Nachbarschaft sowie die weiterführenden Schulausbildung in der Sekundarstufe bis hin zur Berufsausbildung.

Aidswaisen und HIV-infizierte Kinder

In manchen Fällen wird auch eine kleine finanzielle Hilfe bei gesellschaftlichen Ereignissen wie Hochzeiten oder Beerdigungen geleistet.

Die DAHW fördert die soziale Arbeit von Schwester Framunda im Jahr 2006 mit insgesamt 13.604 Euro, wovon etwa 50 Prozent direkt den Behinderten und Waisen zugute kommen. Die andere Hälfte findet im Unterhalt von Gebäuden sowie als Zuschuss zu den notwendigen Personalkosten Verwendung.

Hintergrund: Kein Schutz vor Verstümmelungen

Die schlimmen Entstellungen und Verstümmelungen bis hin zum Verlust der Gliedmaßen, die man oft an den Lepra-Opfern sieht, werden nicht direkt durch die Bakterien hervorgerufen. Sie entstehen, nachdem die Hautstellen befallen und dort der Tastsinn abgetötet wurde. Die Gefühllosigkeit bleibt an diesen Stellen bestehen, selbst wenn die Lepra-Erreger mit Antibiotika beseitigt worden sind.

Die Folgen sind oft fatal: Jemand, der kein Gefühl in seinen Händen oder Füßen hat, verletzt oder verbrennt sich leicht. Es kommt deswegen schnell zu Infektionen, die wegen des mangelnden Schmerzempfindens von den Kranken nicht genügend beachtet werden. Die Infektionen können bei Nichtbehandlung ungehindert fortschreiten und schließlich zum Verlust der Gliedmaßen und zu Entstellungen im Gesicht führen.

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