Indien - Land der Extreme

Indienkarte

Bericht aus der Projektbarbeit: Indien - Neu Delhi


Von den 1,22 Milliarden Einwohnern Indiens leben mehr als 900 Mio. (76%) in absoluter Armut. Sie müssen mit weniger als 1,40 Euro pro Tag auskommen. Fast jedes zweite Kind ist chronisch unterernährt und jedes 10. Kind stirbt noch vor seinem 5. Geburtstag.

Andererseits ist Indien ein aufstrebender Wirtschaftsstandort. Wohlhabende Kasten haben in vielen Berei- chen das Sagen. Die sozialen Unterschiede sind riesig.

Die Müllsammler von Delhi

Fast 20 Mio. Menschen leben derzeit in Delhi, mehr als die Hälfte davon in Slums ohne Trinkwasser-Versorgung und ohne Entsorgung von Abwasser oder Müll. Täglich kommen ca. 5.000 neue Zuwanderer in die Stadt, die zumeist in den ärmlichsten Behausungen der Slums landen. Dort leben auch die „Dalit“, die „Unberührbaren“ des (eigentlich abgeschafften) indischen Kastensystems.

In ärmlichen Hütten aus Holz, Pappe, Wellblech oder Plastikplanen leben die Menschen direkt neben den riesigen Müllbergen. Diese füllen inzwischen eine Fläche so groß wie 60 Fußballfelder.

Rund 150.000 Müllsammler soll es allein in Delhi geben. Zwei Drittel von ihnen suchen jeden Tag in den besseren Wohn- und Geschäftsvierteln nach Verwertbarem im Müll: Für Holz, Metall, Plastik, Papier oder Stoffe gibt es Händler, bei denen sie ein paar Rupies dafür bekommen.

Was dann auf dem Müllberg landet, wurde oft schon mehrfach durchsucht. Doch die Dalit haben keine andere Chance, als in diesem Müll nochmals nach Verwertbarem zu suchen. Kaum einer von ihnen traut sich in die anderen Stadtviertel, da sie dort angefeindet werden.

Was bleibt, ist der Müllberg, an dessen Fuß sie in Behausungen leben, gebaut aus dem Material, das sie noch aus dem restlichen Abfall fischen konnten.

 

 Die Kinder vom Müllberg in Indien brauchen Hilfe!