Indien und Tuberkulose

Karte Indien

Als Schwellenland möchte Indien gern gesehen werden, auf dem Weg zum Industrieland. Aber auf diesem Weg drohen viele Menschen abgehängt zu werden. Dazu zählen auch die vielen Tuberkulose-Kranken, die sich nicht zuletzt wegen der verheerenden Hygiene-Situation in den überbevölkerten Großstädten mit der Krankheit anstecken.


Schon heute müssen rund 300 Millionen Inder von weniger als 10 Euro im Monat leben.* Unvorstellbar für ein Land, das so gern modern sein möchte. Für die Mehrheit der Inder sieht die Realität so aus: Im Entwicklungsindex HDI steht das Land auf Platz 119 - noch hinter Vietnam oder Äquatorialguinea. 51% aller Inder müssen von weniger als 1 US-$ pro Tag leben, 12% der Kinder müssen arbeiten gehen, damit ihre Familien nicht verhungern. Für 70% gibt es keine Abwasserversorgung, 22% leiden an Unterernährung. Und 6,9% der Kinder sterben vor ihrem 5. Geburtstag an Hunger oder Krankheiten.*

Unter- und Mangelernährung, mangelnde Hygiene durch beengten Wohnraum und ein dadurch geschwächtes Immunsystem bringen Tuberkulose verstärkt zum Ausbruch. Faktoren, die auf fast die Hälfte der indischen Bevölkerung zutreffen.

Insgesamt 8,3 Mio. Menschen sind im Jahr 2011** neu an TB erkrankt - davon allein 2 Mio. aus Indien. An der Krankheit gestorben sind weltweit 1,4 Mio. Menschen - in Indien waren es 190.000. Erschreckende Zahlen, die verdeutlichen: In Indien lebt der größte Teil der Bevölkerung noch immer in bitterster Armut. Denn die ist der Grund, warum so viele Menschen an TB erkranken und sterben, besonders in den riesigen Elendsvierteln der rasch wachsenden Metropolen.

*) Human Development Index (HDI) der Vereinten Nationen

**) TB-Report 2012 der Weltgesundheitsorganisation (WHO), neuere Zahlen liegen noch nicht vor.


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