14.06.2009, Brasilien/Mato Grosso/Cuiabá

Brasilien - Cuiabá: Nikola Freygang wird herzlich von Manfred Göbel empfangen

Am Flughafen von Cuiabá in Braslilien. Nikola Freygang mit DAHW-Repräsentant Manfred Göbel.

1. Tag - Ankunft - So viele neue Eindrücke!


Nach ueber 14 Stunden Flug bin ich am Samstag gegen Mittag endlich in Cuiabá im brasilianischen Bundesstaat Mato Grosso angekommen. Zum Glueck hat mich Manfred Goebel, DAHW-Repraesentant fuer Brasilien, gleich am Flughafen abgeholt.

Jetzt aber der Reihe nach:

Am Freitagabend bin ich um 22.00 Uhr in die Maschine von Frankfurt nach Brasilien/São Paulo gestiegen. Zum Glück gab es kaum Turbulenzen, denn nach dem Flugzeugabsturz vor gut zwei Wochen hatte ich doch ein mulmiges Gefuehl.

Bei der Zwischenlandung in São Paulo ist mir bei Nacht das unendlich weite Lichtermeer aufgefallen. Kein Wunder, denn im Stadtgebiet São Paulo leben über 10 Millionen Menschen! Vom Flugzeug aus betrachtet sehen die riesigen Wolkenkratzer wie Streichhölzer aus, die in den Himmel ragen. Auf dem Flughafen in São Paulo bemerkt man die Internationalität der Stadt und beobachtet viele Geschäftsreisende.

Am wesentlich kleineren Flughafen in Cuiabá zeichnet sich hingegen ein ganz anderes Bild ab: Ich scheine hier die einzige Estrangeira (Ausländerin) zu sein. Doch wenn man wirklich erfahren möchte, wie es den Lepra- und Tuberkulosekranken in Brasilien ergeht, muss man sich vor allem auch in die ländlichen Gebiete begeben.

Auf der Fahrt vom Flughafen zur Unterkunft lasse ich die Umgebung auf mich wirken. Die meisten Häuser hier sehen einfach und etwas herunter gekommen aus. Auffällig ist der schlechte Zustand der Strassen und der auf mich chaotisch wirkende Strassenverkehr. Das Wetter ist zu meiner Verblüffung ähnlich wie bei der Abreise in Deutschland, bewölkt und um die 12 Grad. Manfred Göbel, der seit ueber 30 Jahren hier lebt und arbeitet, erklãrt mir, dass Winter sei und da würde es hin und wieder solche niedrigen Temperaturen geben. Bei diesem Satz kann ich mir das Lachen kaum verkneifen.

Da ich bereits des öfteren gehört habe, Brasilien sei nicht ganz ungefährlich, frage ich direkt nach. Die Antwort von Manfred Göbel hãtte klarer nicht sein können: "Nachts hãlt man an keiner roten Ampel, denn häufig überfallen junge Männer mit Maschinengewehren Autos, sobald sie stoppen. Die Drogenmafia ist sehr aktiv hier und man sollte es tunlichst vermeiden, jeglichen Widerstand zu leisten. Häufig stehen die Kriminellen unter Drogeneinfluss und wúrden nicht lange zögern, jemanden zu erschiessen." Danach ist für mich endgültig klar, dass ich hier alleine schlechte Chancen hätte.

Morgen ist Montag und wir beginnen endlich mit den Projektbesuchen. Ich freue mich riesig darauf zu sehen, was mit den Spendengelder aus Deutschland hier alles bewegt wird.


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