Nepal - Am Anfang stand die Freude ...

DAHW hilft den Zwillingen Jaykant und Jaykanti_264

DAHW hilft den Zwillingen Jaykant und Jaykanti. Foto: DAHW/Rolf Bauerdick

DAHW hilft den Zwillingen Jaykant und Jaykanti


Am Anfang stand die Freude. Gut zehn Jahre sind vergangen, seit Rampyari gesunde Zwillinge zur Welt brachte, einen Jungen und ein Mädchen, von den glücklichen Eltern Jaykant und Jaykanti gerufen. Die Geschwister entwickelten sich prächtig zu quirligen und fröhlichen Kindern. Damit sie gesund blieben, suchte die junge Mutter regelmäßig die Vorsorgeuntersuchungen auf, die der nepalesische Staat für Säuglinge in den ersten zwölf Lebensmonaten vorsah. Rampyari ließ die Zwillinge impfen, gegen Krankheiten und Infektionen mit Namen wie Tetanus, Masern oder Diphtherie, von denen sie nur wusste, dass sie das Leben von Kindern in armen Verhältnissen besonders bedrohen.

Rampyari ging natürlich davon aus, dass die Impfstoffe in Ordnung sind und vorschriftsmäßig angewendet werden. In Nepal jedoch, das in der Rangordnung entwickelter Länder sehr weit unten steht, stürzten ungenügende medizinische Standards Jaykant und Jaykanti in eine Tragödie: „Nach einer der Impfungen mussten sich die Kinder erbrechen“, erzählt ihre Mutter. „Zuerst glühte Jaykanti vor Fieber, dann ihr Bruder. Beide wurden ganz schlaff und konnten nicht einmal mehr krabbeln.“

Die Zwillinge hatten massive Hirnschäden davongetragen, mit spastischen Lähmungen und schweren Schädigungen der Motorik an Händen und Füßen. Auch in der mentalen Entwicklung blieben sie zurück. Cerebralparese lautete die Diagnose, ausgelöst durch ein verdorbenes Serum. Ein Unglück, dass in Nepal häufig auftritt, wie Prakash Pahari von der Organisation International Nepal Fellowship (INF) weiß. „Nicht selten sind Impfstoffe zu alt oder durch Überhitzung zerstört.“ Kein Wunder! Was nützt die Aufbewahrung empfindlicher Arzneimittel in Kühlschränken, wenn in Städten wie Nepalgunj zigmal am Tag der Strom ausfällt?

Nur das Recht der Starken?

Staubig, heiß und verdreckt präsentiert sich die Großstadt an der Grenze von Nepal nach Indien. Menschen mit Behinderungen haben in Nepalgunj schlechte Karten. Noch immer sind hier ehemalige Leprapatienten auf Almosen angewiesen, noch immer quälen sich Poliokranke mit deformierten Gliedmaßen auf selbstgebastelten Rollbrettern durch die Straßen. Hier gilt das Recht der Starken, das die Schwachen vom sozialen Leben ausschließt. Ohne engagierte Hilfe würden Kinder wie Jaykant und Jaykanti in freudloser Apathie vor sich hindämmern.

 

Reha-Programm bringt Hilfe

Hingegen setzen die DAHW und ihr langjähriger Projektpartner INF auf gezielte Rehabilitationsprogramme. Dabei gilt: Für den behinderten Menschen ist nicht die Ursache seiner Behinderung entscheidend, etwa durch Lepra, Polio oder infolge eines Unfalls, sondern der Grad der Beeinträchtigung seiner Lebensqualität. Und die gilt es zu verbessern, wenn möglich in dem vertrauten Umfeld, in dem die Betroffenen leben.

Für ein Leben in Würde

So hat die einst so verzweifelte Zwillingsmutter Rampyari zu ihrer Zufriedenheit zurückgefunden. Seit sie von den Mitarbeitern unseres Projektes geschult wurde, führt sie mit Jaykant und Jaykanti physiotherapeutische Übungen durch. Jeden Tag. Belohnt wird Rampyari mit der Freude über die sichtbaren Fortschritte ihrer Kinder, die das Leben wieder lebenswert machen. „Die Zwillinge lachen viel“, strahlt sie. „Jaykanti kann sogar schon ohne Hilfe essen und lernt gerade auf eigenen Beinen zu stehen.“

Bericht von Rolf Bauerdick



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