Die Krankheit Buruli
Buruli eine rätselhafte Krankheit
Buruli Ulcer wird durch das, dem Lepra-Bakterium verwandte, „Mycobacterium ulceran“ ausgelöst. Das Bakterium setzt ein Gift frei. Dieses frisst sich durch Gewebe, Knochen und Haut. Gleichzeitig unterdrückt es die Immunabwehr des Patienten.
Buruli verstümmelt vor allem Kinder (etwa 70% der Erkrankten sind jünger als 15 Jahre). Die Region „Buruli“ in Uganda hat der Krankheit ihren Namen gegeben.
Buruli kommt in 30 Ländern weltweit vor. Besonders häufig in sumpfigen, feuchten Gebieten West- und Zentralafrikas. Von Mensch zu Mensch wird Buruli wahrscheinlich nicht übertragen. Ein wirksamer Impfstoff ist noch nicht gefunden.
Die ersten Symptome von Buruli sind kleine, nicht schmerzende Knoten oder Verhärtungen unter der Haut. Wird die Krankheit endlich erkannt, hat sie, ähnlich der Lepra, meist schon großen Schaden angerichtet.
Bei frühzeitiger Diagnose von Buruli beschränkt sich die Behandlung auf einen kleinen Schnitt, um den Erreger zu entfernen; manchmal reicht sogar die Einnahme spezieller Antibiotika. Wird Buruli zu spät erkannt, folgen großflächige Haut-Transplantationen und langwierige Rehamaßnahmen. In gravierenden Fällen müssen sogar Gliedmaßen amputiert werden.
Wie Leprapatienten, werden auch burulikranke Menschen vielfach ausgegrenzt.
Das DAHW-Projekt in Togo:
Die DAHW ist bei ihrem langjährigen Einsatz für die Lepra- und Tuberkulosekranken in Togo immer wieder auf Buruli Ulcer-Erkrankungen gestoßen. Da die Infektion ohne medizinische Spezialkenntnisse nur schwer zu diagnostizieren ist, gehen Fachleute von einer hohen Anzahl nicht entdeckter Fälle aus. Das togoische Gesundheitsministerium hat nun ein nationales Buruli-Kontrollprogramm beschlossen.
Zusätzlich hat die DAHW weitere Maßnahmen geplant, um Diagnose, Behandlung und Betreuung der Patienten zu verbessern. Neben der Erweiterung eines Krankenhauses sollen auch pädagogische Einrichtungen für die betroffenen Kinder geschaffen werden, weil sie während der Behandlung oft monatelang nicht in die Schule gehen können.
Buruli Ulcer gehört zu den 13 von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierten Tropenkrankheiten, deren Bekämpfung künftig stärker gefördert werden sollte. Die DAHW kommt dem Aufruf nach und plant weitere Hilfsprojekte für Burulikranke in Togo – in enger Abstimmung mit den Partnern vor Ort, z.B. mit dem Regionalkrankenhaus in Tsévié.

Buruli verstümmelt vor allem Kinder. Foto: DAHW / Jürgen Hammelehle
Außerdem fördert die DAHW die Aufklärung der Bevölkerung und die Schulung des medizinischen Personals zur Früherkennung von Buruli Ulcer. Denn darin liegt der eigentliche Schlüssel, um die Krankheit langfristig in den Griff zu bekommen.
Togo: Land und Leute

Die Republik Togo liegt in Westafrika und ist etwa so groß wie Baden-Württemberg und Hessen zusammen. Im Süden grenzt Togo an den Golf von Guinea. Die Mehrheit der insgesamt rund 5,4 Mio. Togoer lebt auf dem Land. Neben der Amtssprache Französisch werden mehrere afrikanische Sprachen gesprochen.
Im tropischen Klima werden hauptsächlich Maniok, Yams, Hirse, Erdnüsse und Sorgum angebaut. Wichtige Exportgüter sind Baumwolle, Kaffee, Tee und Kakao. Das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf betrug in 2003 geschätzte 300 Euro. Entsprechend gering sind die staatlichen Ausgaben für soziale Zwecke wie Bildung oder Gesundheitswesen. Die Lebenserwartung lag 2004 bei 52 Jahren für Männer und 56 Jahren für Frauen.
38 Jahre lang herrschte Präsident Gnassingbé Eyadema bis zu seinem Tod 2005 diktatorisch über das Land. Das lähmte die wirtschaftliche und soziale Entwicklung. Auf den Versuch der Militärs, seinen Sohn Faure Gnassingbé als Nachfolger einzusetzen, antwortete die Bevölkerung mit Unruhen. Diese Unruhen und internationaler Druck sorgten dafür, dass es im April 2005 zu Wahlen kam, deren korrekte Durchführung aber bezweifelt wird. Erneut brachen gewaltsame Konflikte mit vielen Todesopfern aus.
Die Regierungsparteien und Teile der Opposition versuchen nun, den inneren Frieden wieder herzustellen und eine wirtschaftliche Erholung zu erreichen. Zeichen für einen zaghaften Zuwachs an politischen Freiheiten für die Bevölkerung sind zu erkennen.

Danke für Ihre Hilfe! Foto: A. Jungbauer





