7. Labordiagnostik

Das Myobacterium unter der Linse

Abbildung 11: Massenhafte Darstellung (rotgefärbter) Mycobacterium leprae im Ausstrich - Färbung nach Ziehl-Neelsen (© DAHW)

In den edemischen Ländern gehört nur die klinische Diagnose der Lepra zur alltäglichen Praxis. Nichtsdestotrotz kann M.leprae (Mycobacterium leprae) bakteriologisch, histologisch und durch die 1984 eingeführte PCR (polymerase chain reaction) nachgewiesen werden.


Zudem besteht die Möglichkeit, die zellvermittelte und humorale Immunantwort zu überprüfen. Bei lepromatöser Lepra demonstriert die Ziehl-Neelsen-Färbung in der Regel säurefeste Stäbchen in der durch Skarifikation gewonnenen Lymphe der Unterhaut oder des Sekrets der Nasenschleimhaut. Der Nachweis bei tuberkuloider Lepra gelingt selten. Die PCR (polymerase chain reaction) ist sensitiver und kann theoretisch die DNS eines einzigen Erregers nachweisen, ein negativer Befund schließt jedoch die Infektion mit Mycobacterium leprae nicht sicher aus. Gleiches gilt für die histologische Untersuchung von Haut- und Nervenbiopsien etwa mit der Färbung nach Fite-Faraco.

Wochen nach intradermaler Injektion einer standardisierten Lösung hitzegetöter Lepraerreger (Lepromin) kann die sogenannte Mitsuda-Reaktion abgelesen werden: Ein Erythem von über 3 mm Durchmesser spricht für das Vorhandensein einer zellvermittelten Immunabwehr gegen Mycobacterium leprae. Diese kann jedoch bei borderline und lepromatöser Lepra fehlen (geringe Sensibilität) und auch Ausdruck einer stattgehabten und abgeschlossenen immunologischen Auseinandersetzung mit dem Erreger sein (geringe Spezifität). Eine ähnliche Problematik betrifft den serologischen Nachweis von Antikörpern gegen bestimmte Phenolglykolipide (PGL-Test) der Wand von Mycobacterium leprae: Diese Untersuchung ist bei tuberkuloider resp. paucibacillärer Lepra wenig sensibel und zudem nicht vollkommen spezifisch.