5. Klinik

Eine Mitarbeiter im DAHW-Gesundheitsposten verabreicht die lebensrettende Medizin

Das klinische Bild der Tuberkulose wird in Lehrbüchern der Inneren Medizin ausführlich dargestellt.


Leitsymptome der pulmonalen Infektion sind chronischer Husten evtl. mit begleitender Hämoptoe und der generalisierte Kräfteverfall. In der klinischen Praxis in den Tropen ist die Häufigkeit der Tuberkulose an sich und damit auch die Häufigkeit extrapulmonaler Manifestationen hervorzuheben.

Lupus vulgaris der Haut, die Meningitis tuberculosa, die cervicale Lymphknotentuberkulose, Pleuritis und Perikarditis exsudativa durch M. tuberculosis, tuberkulöse Peritonitis und Darmtuberkulose, die Urogenitaltuberkulose, ein Befall der Wirbel (Pott-Gibbus, Senkungsabszess), der langen Röhrenknochen und der großen Gelenke sind bei differentialdiagnostischen Überlegungen stets mit einzubeziehen. Erwähnt auch wegen der Parallele zur lepromatösen Lepra sei die Miliartuberkulose als typische Verlaufsform bei ausgeprägtem Defizit der zellvermittelten Abwehr mit einer diffusen Dissemination der Infektion in Form unzähliger Milien. Sie wird vermehrt bei Kleinkindern oder bei Co-Infektion mit HIV oder Masern beobachtet. Im Extremfall - bei völliger Anergie des Immunsystems - kann es zur fieberfreien Landouzy-Sepsis mit foudroyanter Progredienz kommen.