8. Prophylaxe

TB-kranke Kinder nehmen in Brasilien Tuberkulose-Medikamente ein

Vielfach wird der allgemeine sozioökonomische Fortschritt mit entsprechenden Ernährungsgewohnheiten und Wohnverhältnissen als entscheidender Faktor für die Prävention der Tuberkulose angesehen.


Freilich liegt kaum ein anderer Faktor derartig weit außerhalb des Einflussbereiches medizinischer Interventionen. Wichtigste Maßnahme zur Expositionsprophylaxe ( Expositionsprophylaxe bezeichnet man alle nicht-medikamentösen Vorbeugemaßnahmen), zum frühzeitigen Unterbrechen der Transmissionskette, ist das rasche Auffinden und die zügige sachgerechte Therapie der Patienten (und besonders derjenigen mit positivem Sputum-Test), das early case finding and treatment. In mehreren Studien wurde die Wirksamkeit der medikamentösen Prophylaxe mit Isoniazid bei Haushaltskontakten und gerade bei Kindern im Haushalt von Erkrankten mit positivem Sputum-Test nachgewiesen.

Auch senkt die prophylaktische Gabe von Isoniazid die Erkrankungsrate an Tuberkulose unter HIV-positiven Patienten mit positivem Tuberkulintest. Ungeklärt ist allerdings die Frage, inwieweit ein solches Vorgehen auf breiter Basis zur Ausbreitung von Isoniazid-Resistenzen führt. Betont sei schließlich, dass die in den Tropen nach wie vor (für Kinder) empfehlenswerte BCG* -Impfung nicht die Infektion mit und Erkrankung an der Tuberkulose verhindert, sondern hauptsächlich schweren Verlaufsformen gerade unter Kindern (Miliartuberkulose, Meningitis) vorbeugt. Ihre Auswirkung auf die Transmission ist somit minimal.

 
*Bacille Calmette-Guérin