9. TBC und HIV

Die kleine Alima und ihre Schwester sind an Aids erkrankt

Weltweit sind circa 1,4 Millionen Menschen mit Tuberkulose und HIV co-infiziert.


Weltweit sind circa 1,4 Millionen Menschen mit Tuberkulose und HIV co-infiziert. Dies entspricht 15% aller Tuberkulosepatienten. In den Ländern des südlichen Afrikas steigt dieser Prozentsatz auf bis zu 80% aller Erkrankten. In HIV Hochprävalenz-Ländern hat sich die Zahle der Tuberkulose Fälle in den letzten 20 Jahren verdreifacht. Sie nimmt langsam wieder ab, seit verstärkt Anstrengung zur Behandlung von HIV Erkrankung unternommen werden.

Beide Krankheiten beeinflussen sich negativ: TB tritt schon vermehrt auf, wenn das Immunsystem eigentlich noch funktioniert und gleichzeitig vermindert eine aktive Tuberkulose die Zahl der T4 Helferzellen zusätzlich, was schneller zu fortgeschrittenen Stadien einer HIV Infektion führt. Als Konsequenz verkürzt eine Tuberkulose die Überlebenszeit einer HIV infizierten Person beträchtlich: unbehandelt überlebt ein HIV positiver Patient mit aktiver Tuberkulose ca. 5-7 Wochen. Dies führt dazu, dass TB eine der führenden Todesursachen bei HIV infizierten ist. Weltweit sterben ungefähr 500 000 HIV positive Personen pro Jahr an Tuberkulose.

HIV-Verbreitung bei Tuberkulose 2005

Gleichzeitig ist die HIV Epidemie der Grund für die unkontrollierte Tuberkuloseepidemie in Afrika. Die Diagnose bereitet oft große Schwierigkeiten, da man mit Mikroskopie im fortgeschrittenen Stadium von HIV Tuberkulose nicht erkennen kann. Die Möglichkeit zur Diagnose und Behandlung sputum-negativer und extrapulmonaler TB ist in HIV-Hochprävalenzländern sehr wichtig, stellt allerdings immer noch grosse Anforderungen an die Gesundheitssysteme, da keine leicht anwendbare Diagnosemethode zur Verfügung steht. Einmal erkannt, ist die Tuberkulose bei HIV infizierten genauso zu behandeln wie bei nichtinfizierten. Allerdings besteht eine Wechselwirkung zwischen routinemäßig eingesetzten HIV Medikamenten und Rifampicin, was die gleichzeitige Gabe von antiretroviralen Medikamenten erschwert.