"Lympathische Filiariose" - Elephantiasis

Vermessen der Füße eines Filariose-Patienten

Vermessen der Füße eines Filariose-Patienten. Foto: Bernd Hartung / DAHW

Was ist Elephantiasis bzw. Lympathische Filiariose? Wie steckt man sich an und wie wird sie behandelt?


Wie bekommt man Filiariose?:

Lymphatische Filariose oder Elephantiasis ist eine Wurmerkrankung. Frühstadien des Wurmes gelangen über Mückenstiche in den Körper, diese nisten sich in den Lymphgefässen ein und wachsen zu adulten Würmern heran.

Wie ist der Verlauf der Krankheit?: Wie sieht die Behandlung aus?:

Es kommt durch die Reaktion des Immunsystems zu schmerzhaften Entzündungen der Lymphgefäße und Lymphknoten (akute LF), im zeitlichen Verlauf kann es durch Zerstörung der Lymphgefäße und zum Lymphstau mit Bildung von Lymphödemen (chronische lymphatische Filariose) kommen. Lymphödeme können natürlich auch andere Ursachen haben-auch in unseren Breiten sind Lymphödeme häufig. Durch die massive Schwellung der betroffenen Körperteile (va. Beine aber oft sind die Hoden auch betroffen) aber auch immer wiederkehrende Schmerzattacken sind die Patienten in ihrem Alltag schwer beeinträchtig, oft kommt es wegen der sichtbaren Entstellung sogar zu Stigmatisierung und Ausgrenzung. Durch Wunden und Infektionen der aufgrund der Schwellung schlecht durchblutenden Haut kann zur Entstehung chronischer Geschwüre kommen.

Wie bei anderen Wurmerkrankungen gibt es bei der LF die Möglichkeit der vorbeugenden (präventiven) Behandlung.

Elephantiasis - Lymphdrainage

Durch Lymphdrainage können die viel zu große Menge an Flüssigkeit in Armen und Beinen auch trotz der nicht mehr funktionsfähigen Drüsen abfließen.
Foto: Bernd Hartung / DAHW

Durch einmalige Gabe von zwei Medikamenten (Albendazol+ DEC oder Albendazol und Invermectin) in der Gesamtbevölkerung kann die Krankheitslast in der Gemeinde deutlich reduziert werden (die Erkrankung wird frühzeitig in den Neuinfizierten eliminiert, die Mücken werden beim Stechen nicht mehr mit den Würmern infiziert und können damit die Erkrankung auch nicht mehr übertragen).

Bei Patienten mit chronischer LF ist eine längere medikamentöse Therapie (3-6 Wochen) mit verschiedenen Präparaten erforderlich (z.B. Albendazol, Doxicyclin, Invermectin, DEC). Darunter kommt es manchmal zu einer Abschwellung der Ödeme, in vielen Fällen aber bleibt die Schwellung erhalten. Eine dauerhafte Pflege- (Kompression, Lymphdrainage, Hochlagerung der betroffenen Extremität, regelmäßiges Waschen und Einreiben der betroffenen Extremität, Tragen von passendem Schuhwerk ect.) - und Inspektion der betroffenen Körperteile ist für die Prävention von Komplikationen in diesen Fällen unerlässlich. Bei der Hydrocele (Schwellung des Hodens) ist ein chirurgischer Eingriff das Mittel der Wahl.

Was passiert, wenn keine Behandlung stattfindet?:

Die betroffenen Teile schwellen immer weiter an, es kann zu einerr Zunahme der Schmerzattacken und komplette Immobilisierung des Patienten kommen. Das Risiko der Entstehung von Wunden die sich superinfizieren steigt, die Patienten können Wundrosen (Erysipel) erleiden die nicht selten ohne rechtzeitige antibiotische Behandlung tödlich verlaufen können. Zusätzlich wie bei Lepra werden die Patienten mit massiven/sichtbaren Lymphödemen stigmatisiert.