Wir haben schon viel geschafft für den Anfang

„50 Jahre – ein Anfang!“ hat sich die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW) in ihrem Jubiläumsjahr 2007 auf die Fahne geschrieben. Seit ihrer Gründung im Jahr 1957 hat die DAHW fast sieben Millionen Menschen geholfen – rund 2,3 Millionen Leprapatienten und mehr als 4,5 Millionen Menschen, die an Tuberkulose erkrankt waren. Zwar können sich diese Zahlen durchaus sehen lassen, aber es ist trotzdem nur ein Anfang angesichts von mehr als 9 Mio. Menschen, die jedes Jahr neu an TB erkranken.

Allein im 50. Jahr ihres Bestehens konnte die DAHW rund 650.000 Menschen, die an Tuberkulose oder Lepra erkrankt waren, Zugang zu einer richtigen Diagnose und kompetenter Behandlung ermöglichen. Weltweit hat die DAHW in ihrem Jubiläumsjahr 295 Projekte in 35 Ländern mit 13.651.682,16 Euro gefördert.

Ein besonderes Lob bekam die DAHW zu ihrem Geburtstag von Papst Benedikt XVI: „Ich bin stolz auf die Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, weil sie gute Arbeit macht“, sagte der Heilige Vater bei einer Audienz zu einer Delegation der DAHW, zu der neben dem Präsidenten Alois Pöschmann auch die Mitgründerin Irene Kober gehörte.

Ihr 50-jähriges Bestehen hat die DAHW mit einem Festakt, einem ökumenischen Gottesdienst und einer Informationsveranstaltung gefeiert – auch, um die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer zu ehren, die für die DAHW tätig waren und sind, die viele Spenden gesammelt und auch viel Geld selbst gespendet haben. Unter den Ehrengästen waren z.B. Peter Kloeppel, Chefredakteur des größten deutschen Privatsenders RTL, Shary Reeves, Moderatorin im Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks, der ehemalige Bundesminister Walter Riester und der deutsch-äthiopische Buchautor Dr. Asfawossen Prinz Asserate.

Die eigentlich wichtigen Menschen allerdings sind die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer der DAHW: Mehr als 2.000 Menschen engagieren sich ehrenamtlich – nicht wenige von ihnen bereits von Anfang an. Sie galt es zu ehren und stellvertretend seien einige der vielen Aktivitäten genannt: Handarbeiten wie Stricken und Häkeln, Verkaufsaktionen mit Bratäpfeln oder Glühwein, Sponsorenläufe für Kinder und Jugendliche, Entenrennen oder Sammlungen bei großen Autorennen. Ehrenamtliche Helferinnen und Helfer sind als Prediger in die Kirchen gegangen und haben Kollekten für den Kampf gegen die Lepra organisiert, viele Gruppen haben in ihren Kirchengemeinden Basare für die DAHW veranstaltet oder in ihren Wohnorten andere Veranstaltungen durchgeführt.

Allerdings wurde zum Jubiläum nicht nur gefeiert, sondern auch weiterhin hart gearbeitet: Mehr als 40 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (Repräsentanten, medizinische und soziale Berater) aus 16 Ländern kamen zu einem mehrtägigen Workshop nach Würzburg. Zu den Themen gehörten das neue Forschungskonzept und die gemeindenahe Wiedereingliederung von Menschen mit Behinderungen. Im Anschluss an den Workshop nahmen die Gäste an bundesweit 20 Veranstaltungen mit DAHW-Unterstützergruppen, in Schulen oder Kirchengemeinden teil.

In zwei Ländern – Indien und Pakistan – konnte die DAHW 2007 erstmals Patienten mit multiresistenter TB (MDR-TB) behandeln. Ermöglicht wird die Behandlung dieser TB, die pro Patient bis zu 5.000 Euro kostet, durch Spenden des Vereins „ZF hilft“ der Firma ZF Friedrichshafen. Ohne das Engagement der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Geschäftsführung des weltweit operierenden Automobilzulieferkonzerns in Höhe von 220.000 Euro wäre der Beginn der MDR-Behandlung 2007 nicht möglich gewesen.

Die DAHW blickt mit großem Dank für alle Unterstützung auf das Jahr 2007 zurück. Auch in Zukunft werden wir an der Seite der Menschen stehen, die unsere Hilfe benötigen, und ihnen Zugang zu Gesundheitsdiensten und Schutz vor Ausgrenzung bieten.