Zwei deutsche Ärztinnen helfen in Pakistan
Ruth Pfau dankbar für Unterstützung der Ärzte für die Dritte Welt und DAHW
(Bad Reichenhall/Frankfurt/Hürth/Würzburg, 10.9.2010). Es kann losgehen: An diesem Samstag, dem 11. September, fliegen die beiden deutschen Ärztinnen Dr. Elisabeth Klett (78) und Dr. Tara Kamruddin (74) nach Pakistan. Sie werden in der Millionenstadt Karachi vor allem Frauen und Kinder medizinisch versorgen, die sich vor der Jahrhundertflut in Lager geflüchtet haben. Ihr sechswöchiger Einsatz ist ehrenamtlich im Auftrag der Ärzte für die Dritte Welt und der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe

Dr. Harald Kischlat von Ärzte für die Dritte Welt und Herr Barthel verabschieden die beiden Ärztinnen Dr. Elisabeth Klett und Dr. Tara Kamruddin am Samstag am Flughafen Frankfurt/ Main.
Die beiden Medizinerinnen arbeiten mit Dr. Ruth Pfau und ihrem Team des Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC) zusammen. Die Ärztin und Ordensfrau, die auch gestern an ihrem 81. Geburtstag Flüchtlinge versorgt hat, freut sich auf die Verstärkung aus Deutschland: „Eine Kinderärztin und eine Gynäkologin werden hier dringend gebraucht. Wir sind dankbar für die gemeinsame Hilfe der DAHW und von Ärzte für die Dritte Welt."

Die beiden Ärztinnen sind gut bei Ruth Pfau in Pakistan angekommen.
Aus Pakistan selbst kommen unterschiedliche Informationen: Wie Ruth Pfau berichtet, haben Augenzeugen bestätigt, dass Großgrundbesitzer Dämme mutwillig zerstört haben, um die Fluten von ihren Ländereien auf die Felder anderer umzuleiten. Die pakistanische Regierung habe unter Hinweis auf den Vorrang der Fluthilfe beschlossen, dass dagegen keine Rechtsmittel eingelegt werden dürften. Die DAHW hat Außenminister Dr. Guido Westerwelle und Entwicklungsminister Dirk Niebel gebeten, sich bei der pakistanischen Regierung dafür einzusetzen, dass diese Straftaten rechtliche Konsequenzen haben.
Fast sechs Wochen nach Beginn der stärksten Regenfälle in der Geschichte Pakistans erhalten noch immer nicht alle Flutopfer Hilfe. In Gebieten, die wegen zerstörter Straßen und Brücken nur aus der Luft erreichbar sind, liefert die DAHW Hilfsgüter, die mit Hubschraubern der pakistanischen Armee zu den Menschen gebracht werden.
Die DAHW leistet mit ihren Partnerorganisationen Marie Adelaide Leprosy Centre (MALC) in Karachi und Aid to Leprosy Patients (ALP) in Rawalpindi Soforthilfe und bereitet Maßnahmen zum Wiederaufbau vor. Für MALC sind fast 900 Gesundheitshelfer in der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa und in den Flüchtlingslagern um Karachi im Einsatz. In den ersten vier Wochen haben die Helfer mehr als 73.000 Menschen unterstützt.
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