50 Jahre DAHW in Nigeria

Ute Velten, Gerhard Oehler und der nationale Koordinator des Lepra-Kontroll-Programmes in Nigeria

Vor Ort in Nigeria: DAHW-Repräsentantin Ute Velten mit ihrem Vorgänger, Gerhard Oehler, und dem Koordinator des TB-, BU- und Lepra-Kontroll-Programmes. Foto: DAHW

Trotz Terror und Ebola wird die Arbeit fortgeführt. Nigeria, ein Land im Umbruch. Gewalt, Entführungen, Tote und nun auch Ebola. Trotzdem setzt die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe auch nach 50 Jahren ihre erfolgreiche Arbeit vor Ort fort.


(Würzburg, 28. August 2014). Es sind unberechenbare und täglich neue Risiken, die auf die Mitarbeiter lauern und den Arbeitsalltag erschweren. "Wir lassen unsere Patienten und Mitarbeiter nicht im Stich", sagt der Geschäftsführer der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe, Burkard Kömm. Erst vor kurzem waren er und DAHW-Präsidentin Gudrun Freifrau von Wiedersperg aus dem westafrikanischen Land zurückgekommen.

"Auch wenn die Terrorgruppe Boko Haram Angst und Schrecken verbreitet, wir stehen auch weiterhin zu unserer Aufgabe, den Menschen zu helfen. Das tun wir seit Jahrzehnten und werden es auch fortführen", betont Kömm. Um ihrer Arbeit nachzugehen, sind die DAHW-Mitarbeiter täglich Gefahren ausgesetzt. Da wird die Arbeit, die an sich schon Ausdauer und viel Hingabe erfordert, doppelt schwer. Seit 2009 töteten die Terroristen bei Anschlägen und Angriffen auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen mehr als 10.000 Menschen. Ihr Ziel ist die Errichtung eines islamischen Staates im Norden Nigerias.

Eine weitere Tragödie ist die Seuche Ebola, die mittlerweile auch das vom Schicksal eh schon gebeutelte Land Nigeria heimsucht. Fünf Menschen sind verstorben, weitere Patienten werden in der Hauptstadt Lagos behandelt. "Wir hoffen, dass Ebola nicht auch in anderen Landesteilen ausbricht. Davon wäre unsere Arbeit stark betroffen", sagt DAHW-Repräsentantin Ute Velten.

Der Zusammenbruch des nigerianischen Gesundheitssystems wäre dann nur noch eine Frage der Zeit. In von Ebola betroffenen Gebieten in Westafrika wollen immer weniger Ärzte, Pfleger und Krankenschwestern sich dem Ansteckungsrisiko aussetzen und verlassen Krankenhäuser und Pflegestationen.

Für die DAHW stehen die Betreuung ihrer Patienten und das Wohl der Mitarbeiter an erster Stelle. Angesichts der drohenden Gefahren könne man sich daher nur kurz über die Feierlichkeiten anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der DAHW in Nigeria freuen. "Es zählt nun, sich den neuen Herausforderungen zu stellen", betont Velten.