Die Gefahr kommt aus der Luft - Die Schwindsucht schwindet nicht

Auch wenn sie mittlerweile in Europa kaum mehr bedeutend ist, erlangt sie als weltweit häufigste Infektionskrankheit traurige Berühmtheit: Die Tuberkulose (TB).


Mit der Luftkur wollte man ihr im 19. Jahrhundert nicht nur in Davos begegnen. Viele prominente Zeitgenossen aus der europäischen Kunst- und Literaturszene waren betroffen. Die Krankheit hat in Thomas Manns Romanvorlage „Der Zauberberg“ zentrale Bedeutung. Romantische Vorstellungen über die Krankheit sind heute längst überholt.

Das von der Volkshochschule Beckum-Wadersloh organisierte Studienforum „…ohne Luft kein Leben“ am Dienstag, den 22. November 2011 von 9.00 bis 12.00 Uhr hat den Arzt Dr. Ary van Wijnen von der DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe in Würzburg als Experten gewinnen können. Zielgruppe sind Menschen der Generation 55+, die zu einer Art Studium Generale in diesem Forum zusammenkommen.

Wijnen hat jahrelang zunächst in Lambaréné im zentralafrikanischen Gabun und dann in Haiti gegen die Tuberkulose gekämpft. Er ist einer der letzten Zeitzeugen, die eng mit Albert Schweitzer zusammengearbeitet haben. Als ehemaliger medizinischer Berater der DAHW kann er die Bedeutung und die Geschichte der Tuberkulose aus eigener Anschauung darstellen.

„Die Bakterien werden durch die Luft übertragen, sterben jedoch bei UV-Licht sehr schnell ab. Meistens steckt man sich also an, wenn man mit Menschen, die an TB erkrankt sind, Kontakt in engen, dunklen Räumen hat“, sagt der heute 74-Jährige. „Die Gefahr ist aber nur dort groß, wo es entsprechend viele TB-Patienten gibt, also in den Risikoländern.“

Der Referent kennt den fatalen Teufelskreis von Armut und Krankheit. Authentisch und spannend wird er von der Zusammenarbeit mit dem Friedensnobelpreisträger und seiner späteren Arbeit als Direktor des berühmten Krankenhauses in Lambaréné berichten.

Anmeldung:

vhs@beckum.de
www.vhs-beckum.de
Antoniusstraße 5-7
59269 Beckum
Telefon: 0251 2 12 97 07