Als die Welt nach Südasien blickte

DAHW hilft bei Tsunami-Katastrophe in Indien. Foto: DAHW

Die DAHW hilft nach der Tsunami-Katastrophe von 2004 in Südindien. Foto: DAHW

10 Jahre nach dem Tsunami: Nachhaltige Hilfe durch die DAHW. Am 2. Weihnachtstag jährt sich zum zehnten Mal die Tsunami-Katastrophe von Südasien. Schätzungsweise 230.000 Menschen fanden den Tod, noch viel mehr wurden obdachlos und verloren ihre Lebensgrundlagen, besonders hart hat es die Fischer an den Küsten getroffen. In Südindien hat die DAHW Deutsche Lepra- und Tuberkulosehilfe diese Menschen in sechs Distrikten unterstützt: mit Nothilfe und nachhaltigem Wiederaufbau.


(Würzburg, 22. Dezember 2014). Würzburg liegt nahe des südlichsten Zipfels Indiens im Bundesstaat Tamil Nadu – genauer: Würzburg Nagar. So heißt seit mehr als neun Jahren die Straße, in der die DAHW für das Partnerschaftsbündnis aus Mainfranken 42 Häuser gebaut und den Fischern zehn große Boote aus Fiberglas übergeben hat.

In dem kleinen Ort Thoothoor stand nach dem Tsunami kaum noch ein Haus, alle Fischerboote waren zerstört, viele Familien hatten ihre Ernährer verloren. Mitarbeiter der DAHW waren früh vor Ort und so kam die Hilfe aus Würzburg schnell an.

Die neuen Häuser sollten Schutz bieten vor einer erneuten Flut, das war klar. Doch was sollte mit den Fischerfamilien geschehen, besonders mit denen, die ihre Ernährer verloren hatten? Die Lösung: Größere Boote. Hatte zuvor jeder Fischer ein eigenes, kleines Boot, wurden nun größere Boote angeschafft. Mehrere Familien sollten sie gemeinsam nutzen.

Diese kleinen Kooperativen fahren bis heute mit ihren großen Booten aufs Meer hinaus und verarbeiten gemeinsam den Fang. Im Solar-Fischtrockner werden die Fische für den Verkauf auf dem nächsten Markt konserviert. Auch Familien, deren Väter oder Männer im Tsunami ums Leben gekommen waren, können so wieder vom Fischfang leben.

Insgesamt 64 Fischerboote und sieben Solar-Fischtrockner hat die DAHW für Orte in sechs Distrikten Tamil Nadus angeschafft und den Fischern übergeben. In Chennai, Cuddalore, Kanyakumari, Nagapattinam, Thiruvallur und Tuticorin fahren die Boote noch heute täglich aufs Meer hinaus. 98 Häuser hat die DAHW neu gebaut, 117 wieder repariert, sechs Kinderzentren gebaut und sich am Bau von einem Waisenhaus sowie einer Schule beteiligt.

Die Strukturen aus ihrer Lepra-Arbeit kamen den Mitarbeitern des DAHW-Büros in Chennai zugute: Die Sozialarbeiter hatten zumeist enge Kontakte in die betroffenen Dörfer und konnten daher schnell herausfinden, was benötigt wird. Auch die Kooperation von betroffenen Familien sowie die dringend notwendige psychologische Betreuung sind Maßnahmen aus der Lepra-Arbeit, so dass die DAHW-Teams auch hier gut vorbereitet waren.

An Spenden für diese Hilfe hat die DAHW 1.368.821 Euro bekommen und sogar etwas mehr für die Hilfe ausgegeben: insgesamt 1.392.610 Euro. Davon entfielen 264.230 Euro an Einnahmen sowie 284.360 Euro an Ausgaben auf das Würzburger Partnerschaftsprojekt in Thoothoor.