"Armut kann einpacken"

Armut kann einpacken

Bundesministerin Wieczorek-Zeul erhält Koffer mit Forderungen für UN-Gipfel 


Berlin, 18. September 2008 – "Armut kann einpacken“ so die Aufschrift eines Koffers, den Entwicklungsministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul vor ihrem Abflug zum UN-Gipfel zu den Millenniumsentwicklungszielen (MDG) am 25. September in New York erhalten hat. Ein Aktionsbündnis entwicklungspolitischer Kampagnen will mit der Kofferübergabe vor einer Flughafenkulisse "einen letzten Aufruf zur Rettung der MDG“ starten. Der Koffer enthält Gegenstände, die symbolisch für die acht MDG stehen. Auf einer Schiefertafel etwa prangt in großen Lettern "Bildung für alle“.

"Wenn das Jahr 2008 wirklich wie UN-Generalsekretär Ban Ki-moon versprochen hat, ein Wendepunkt für die Realisierung der MDG bedeuten soll, dann muss die UN-Konferenz im September ihre Defizite klar benennen und konkrete Verbesserungsvorschläge erarbeiten - sonst verkommt der Gipfel zu einer Farce“, so VENRO-Vorstandsmitglied und DAHW-Geschäftsführer Jürgen Hammelehle.

Nachdruck verleiht diesen Forderungen ein MDG-Schattenbericht, der von dem Aktionsbündnis "Armut kann einpacken“ erstellt wurde. In dem Bericht wird das deutsche Engagement zur Umsetzung der Entwicklungsziele analysiert. Demnach gibt Deutschland wieder mehr Geld für die Armutsbekämpfung aus und hat auch einigen Entwicklungsländern die Schulden erlassen. Trotzdem ist dies nicht ausreichend: Bei vielen Zielen, wie der Förderung von Gesundheit und Bildung, dem Klimaschutz oder der Stärkung der Rolle der Frau, hinkt Deutschland den Anforderungen hinterher. Der Schattenbericht gibt konkrete Handlungsempfehlungen, was Deutschland tun muss, um seiner Rolle als Wirtschaftsnation gerecht zu werden.

Die am 25. September in New York stattfindende UN-Konferenz – auch UN-Notfallgipfel genannt – bringt Vertreter aus Politik und Wirtschaft sowie der Zivilgesellschaft an einen Tisch. Gemeinsam soll eine Halbzeitbilanz gezogen werden, welche Fort- und Rückschritte bei der Umsetzung der MDG erzielt worden sind. UN-Generalsekretär Ban hatte im Vorfeld des Gipfels angekündigt, dass das Jahr 2008 "den Ärmsten der Armen einen in der Geschichte beispiellosen Fortschritt“ bringen sollte.

Im Jahr 2000 haben 189 Staaten die UN-Millenniumserklärung unterzeichnet. Oberstes Ziel ist die Halbierung der weltweiten Armut bis 2015. Insgesamt haben sich die Vereinten Nationen auf acht Ziele verpflichtet. Hierzu zählen neben der Halbierung von Armut und Hunger, Bildung für alle, Förderung von Geschlechtergerechtigkeit und Stärkung der Rolle der Frau, Senkung der Kinder- und Müttersterblichkeit, Bekämpfung von HIV/Aids und anderen Krankheiten, Sicherung ökologischer Nachhaltigkeit und Aufbau einer globalen Partnerschaft.

Alle im Aktionsbündnis beteiligten Kampagnen und Zusammenschlüsse eint das gemeinsame Ziel, die  Millenniumsentwicklungsziele (MDG) bis zum Jahr 2015 zu erreichen. Beteiligt sind: Action for Global Health, Aktionsbündnis gegen Aids, Deine Stimme gegen Armut, erlassjahr.de, Europäische Allianz gegen Malaria, Globale Bildungskampagne, Die Klima-Allianz, StopEPA-Kampagne, Stop Malaria Now, UN Millenniumkampagne und der entwicklungspolitische Dachverband VENRO.

-> Den MDG-Schattenbericht können Sie als pdf-Datei herunterladen.

Weitere Informationen finden Sie unter www.deine-stimme-gegen-armut.de

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